4.600 Teile!!!

22 Jul

Wir sind ja alle Jäger und Sammler.
Ich habe diesbezüglich in einen besonders fleissigen Stamm eingeheiratet.

Gestern haben wir bei meiner Lieblingsschwägerin übernachtet, weil wir gemeinsam auf einem Austropop Konzert waren. Sie ist in unserer Sippe zuständig für das Sammeln von Dekomaterial. Ich habe das unter zuhilfenahme vom Kind inventarisiert.
Es führen Deko Schmetterlinge (ca 150 Stück), vor Engeln (ca 90) und Delphinen (+/-50). Venezianische Masken gäbe es auch noch. Da ging uns schon die Luft aus beim Zählen.

Mein lieber Schwager ist für die Fortbewegung zuständig: 17 (!!) Autos, 50 Pokale von div. Autowettbewerben und geschätzte 100 Miniatur Autos (vorwiegend: Renault!). Die Frage nach der Zahl der Autoteile, hat er wie aus der Pistole geschossen beantworten können: „600 hab ich schon in der Excel Liste inventarisiert. 4000 gibt es noch einzutragen.“

4.600 Autoteile !!!!! Oida !!!!!

Somit ist er der unangefochtene Sammelkönig in unserer Sippe.

Mein Gatte hingegen sammelt Musik und Restaurant Tipps. Ja und ich? Ich sammle Bücher (schätze 300) und Geschichten (ca 400 auf meinem Blog derzeit).

Was wir aber alle miteinander am liebsten sammeln, sind gemeinsame Erinnerungen. So wie an den gestrigen Konzertabend. Wie wir getanzt haben und laut und inbrünstig mitgesungen. Erinnerungen brauchen keinen Platz und abstauben müssen wir sie auch nicht. Um’s inventarisieren braucht sich auch keiner kümmern, mit meinem Schreibzwang is eh alles festgehalten….

PS: Was ob unserer Sammelleidenschaft dann doch verwunderlich scheint, ist dass wir alle mit nur einem Partner das Auslangen finden 🙂 aber das is dann eh schon wieder die nächste Geschichte. Nummer 401.

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand.

19 Jul

Ich kann heute noch immer nicht gscheit aufrecht gehen. Das nur weil ich vor 6 Tagen wandern war. Dabei eh nur bergab. Rauf ging es vorher ganz flott und bequem mit der Seilbahn. Der Abstieg hat dann aber diese körperlichen Spuren hinterlassen. (Und dabei war mein Bindegewebe lang vor mir unten…)
In 2 Wochen werde ich 44. Es drängt sich dabei der Gedanke an die Seilbahn Bergstation auf. Flott hinauf und ab jetzt Abstieg mit körperliche Spuren.

Genau darum geht es auch in dem Buch von Sibylle Berg „der Tag, als meine Frau einen Mann fand“
Um zwei Menschen in der Mitte des Lebens, aber nimma ganz in ihrer eigenen Mitte. Und auch nicht mehr ganz in der Mitte ihrer Langzeitbeziehung. Ich wollte schon fast aufgeben, nach der ersten Hälfte vom Buch, weil es war deprimierend und auch langatmig. Es ist irgendwie nix passiert.
Aber das war sicher ABSICHT, denn besser hätte man das gar nicht beschreiben können. Dir geht es als Leser beim Lesen, so wie es denen im Buch beim Leben geht. Es zaht sich und alle warten irgendwie auf was. Aber auf was? Und währenddessen ruft der Seilbahnführer: „aussteigen!“. Und der Abstieg beginnt…

Einzig wegen ihrer bitterbösen Sprache habe ich durchgehalten und wurde zugleich reichlich belohnt! Plötzlich knallen alle durch, es wird irre und auch sehr körperlich. In allen Belangen!

Für alle Fans von messerscharfer und brutaler Beobachtungsgabe mit bösen Blicke auf eine Generation zwischen Selbstfindung und -verwirklichung.
Grossartiges Buch – absolute Leseempfehlung !

Genau das richtige für den kommenden Schnapszahlengeburtstag…

Die Glucke

14 Jul

Die letzten Meter bevor wir das Kind nach einer Woche Ferien Camp abholen sind die längsten. Jede Kurve zaht sich unnötig in die Länge, jeder Kreisverkehr ein Störfaktor.
Man ist dann doch gluckiger als man denkt.

Rechtzeitig zum Abschlussabend dann im Camp. Jedes Kind darf einen Luftballon steigen lassen. Aufgeregtes Geschnatter. Einzelne Luftballone lösen sich schon vorzeitig. Dann wird angezählt. 10-9-8-7…

Unter lautem Applaus und Juhu lösen sich 260 bunte Luftballone und steigen in den blauen Himmel. Manche schneller. Manche langsamer. Manche alleine. Manche bilden Gruppen. Oder verheddern sich.

Für die Gluckenmutter ist das zuviel Metaphorik. Nicht soviel denken. Loslassen. Und das Gesicht abwischen.

#wannabecooler

Besser wären Lüftungsschlitze

13 Jul

Wir sind ja noch auf der vom Gatten geplanten der Mottoreise „auf den Spuren der K&K Monarchie“ im schönen Meran. Heute stand wandern am Plan.
Meine bisherigen Wander Erfahrungen sind recht überschaubar und beschränken sich großteils auf Distanzen wie von der U-Bahn Stephansplatz bis zum schwarzen Kamel und retour.

Hier in Südtirol ist allerdings wandern-all-over angesagt. Der stationäre Handel ist fest in der Hand der Sportartikelindustrie, Schwerpunkt „funktionale Outdoor Kleidung“. Jedes zweite Geschäft bietet Hosen mit Lüftungsschlitzen, Shirts, Stöcke, natürlich zahlreiche Schuhe… alles sehr bunt und alles sehr teuer. Und bei allem frag ich mich: wozu braucht man das? Kann mir das mal wer erklären? Es gibt sogar kurze Röcke aus beiger Funktionskleidung mit Lüftungsnetz. An Schärfe kaum zu übertreffen, oder?

Egal. Wir sind auf jeden Fall ohne Funktionskleidung rauf. Dh der Gatte nicht, der hat eine Funktionshose von einem Freund geschenkt bekommen. Er hat eh versucht mit einem „The Cure“ Band T-Shirt davon abzulenken. Aber wenn die blaue Hose im Schritt eine schwarze Stoffeinlage hat hilft es auch nicht viel wenn oben „Boys don’t cry“ steht….
Ich hab das einzige Sportgewand getragen dass ich besitze, eine bunte Aerobic Homage an die 80er. Dazu die neuen ebenso schön bunten Asics Laufschuhe. So teuer wie die waren, hätte ich mich versündigt, wenn ich sie nicht wenigstens zu solchen sportlichen Anlässen ausführen würde. Und dass die eher für „innerstädtische Laufstrecken“ sein sollen, das war sicher reiner Verkaufsschmäh. Turnschuhe sind feste Schuhe. Punkt aus Ende.

Oben waren wir schnell. Zuerst zu Fuss ins Dorf Tirol. Man muss immer „Dorf“ dazu sagen, damit man es nicht mit dem Land verwechselt. Dorf Tirol ist voll schön. Ein bissi wie Disney Land für Wanderbegeisterte. Nur statt dem Disney Schloss gibt es zahlreiche Sport Shops. Jeder hier trägt Wander Kleidung, Stöcke oder Sonnenhüte mit einem Stück Stoff hinten dran, als zusätzlichen Schutz.
Ich hab mich stark erinnert gefühlt an meine liebste Serie aus den 90ern, Felix Mitterer und die großartige Familie Sattmann: die Piefke Saga! Und ich darf Piefke sagen, weil meine allerliebsten Freunde sind Piefkes und ich halte immer für das Team Jogi Löw! Im Herzen bin ich einer von euch!

Das es besser gewesen wäre als vollständiger Wander Piefke durch die Berge zu stapfen und nicht in lächerlich bunten Schuhen, das war mir spätestens klar als ich beim Abstieg schmerzerfüllt im Wald gelegen bin, nach einem Umknöchler und mir Tobias Moretti in der Rolle des „Jo“ als Bergretter mit so einer Trage herbeigewünscht habe…

So hab ich mich halt an den Gatten und sein schwarzes Leiberl geklammert. „Hiding the tears in my eyes.“, stand drauf. Passend.
Das linke Knie war dann auch nicht so begeistert von diesem plötzlichen sportlichen Aktionismus. Insgesamt hat sich das linke Bein angefühlt wie die Wackelzähne vom Kind, wenn sie nur mehr auf zwei Sehnen hängen…

Fazit: Ich mach jetzt keine blöden Scherze mehr über Funktionskleidung und ziehe den Kauf von Wanderschuhen in Erwägung….

Wer weiß, das Kopfsteinpflaster in Wien, am Weg zum schwarzen Kamel ist auch steinig und voller Unebenheiten… sicher ist sicher!

Wir sind ja noch auf der vom Gatten geplanten der Mottoreise „auf den Spuren der K&K Monarchie“ im schönen Meran. Heute stand wandern am Plan.
Meine bisherigen Wander Erfahrungen sind recht überschaubar und beschränken sich großteils auf Distanzen wie von der U-Bahn Stephansplatz bis zum schwarzen Kamel und retour.

Hier in Südtirol ist allerdings wandern-all-over angesagt. Der stationäre Handel ist fest in der Hand der Sportartikelindustrie, Schwerpunkt „funktionale Outdoor Kleidung“. Jedes zweite Geschäft bietet Hosen mit Lüftungsschlitzen, Shirts, Stöcke, natürlich zahlreiche Schuhe… alles sehr bunt und alles sehr teuer. Und bei allem frag ich mich: wozu braucht man das? Kann mir das mal wer erklären? Es gibt sogar kurze Röcke aus beiger Funktionskleidung mit Lüftungsnetz. An Schärfe kaum zu übertreffen, oder?

Egal. Wir sind auf jeden Fall ohne Funktionskleidung rauf. Dh der Gatte nicht, der hat eine Funktionshose von einem Freund geschenkt bekommen. Er hat eh versucht mit einem „The Cure“ Band T-Shirt davon abzulenken. Aber wenn die blaue Hose im Schritt eine schwarze Stoffeinlage hat hilft es auch nicht viel wenn oben „Boys don’t cry“ steht….
Ich hab das einzige Sportgewand getragen dass ich besitze, eine bunte Aerobic Homage an die 80er. Dazu die neuen ebenso schön bunten Asics Laufschuhe. So teuer wie die waren, hätte ich mich versündigt, wenn ich sie nicht wenigstens zu solchen sportlichen Anlässen ausführen würde. Und dass die eher für „innerstädtische Laufstrecken“ sein sollen, das war sicher reiner Verkaufsschmäh. Turnschuhe sind feste Schuhe. Punkt aus Ende.

Oben waren wir schnell. Zuerst zu Fuss ins Dorf Tirol. Man muss immer „Dorf“ dazu sagen, damit man es nicht mit dem Land verwechselt. Dorf Tirol ist voll schön. Ein bissi wie Disney Land für Wanderbegeisterte. Nur statt dem Disney Schloss gibt es zahlreiche Sport Shops. Jeder hier trägt Wander Kleidung, Stöcke oder Sonnenhüte mit einem Stück Stoff hinten dran, als zusätzlichen Schutz.
Ich hab mich stark erinnert gefühlt an meine liebste Serie aus den 90ern, Felix Mitterer und die großartige Familie Sattmann: die Piefke Saga! Und ich darf Piefke sagen, weil meine allerliebsten Freunde sind Piefkes und ich halte immer für das Team Jogi Löw! Im Herzen bin ich einer von euch!

Das es besser gewesen wäre als vollständiger Wander Piefke durch die Berge zu stapfen und nicht in lächerlich bunten Schuhen, das war mir spätestens klar als ich beim Abstieg schmerzerfüllt im Wald gelegen bin, nach einem Umknöchler und mir Tobias Moretti in der Rolle des „Jo“ als Bergretter mit so einer Trage herbeigewünscht habe…

So hab ich mich halt an den Gatten und sein schwarzes Leiberl geklammert. „Hiding the tears in my eyes.“, stand drauf. Passend.
Das linke Knie war dann auch nicht so begeistert von diesem plötzlichen sportlichen Aktionismus. Insgesamt hat sich das linke Bein angefühlt wie die Wackelzähne vom Kind, wenn sie nur mehr auf zwei Sehnen hängen…

Fazit: Ich mach jetzt keine blöden Scherze mehr über Funktionskleidung und ziehe den Kauf von Wanderschuhen in Erwägung….

Wer weiß, das Kopfsteinpflaster in Wien, am Weg zum schwarzen Kamel ist auch steinig und voller Unebenheiten… sicher ist sicher!

König Drosselbart

12 Jul

Kennt wer das Märchen vom König Drosselbart? Da fährt ja so eine Tante (nehme an Prinzessin) durchs Land und fragt dauernd wem dieses und jenes Land gehört. Und die Antwort ist immer die gleiche: „das gehört dem König Drosselbart! Hätt’st ihn genommen, wer das jetzt dein’s!“

So ähnlich hat sich das in den letzten Tagen in unserem Auto abgespielt. Nur dass keine Prinzessin Fragen gestellt hat. (Weil Prinzessinnen 2018 lieber mit ihrem Handy spielen oder Bücher lesen…)

Aber dafür gab es ungefragt zahlreiche Antworten. Nämlich, dass Triest mal der wichtigste österreichische Meerzugang war, und das schöne Städtchen Piran hat auch mal „uns“ gehört. Und heute ging es weiter auf der vom Gatten schon seit einem Jahr geplanten Reise ins für mich Unbekannte: von Piran nach Meran. Als ich die Sissi Statue beim Vorbeifahren im Park gesehen habe war klar, gleich fällt der Satz: alles mal bei uns gewesen.

Und jetzt wo das Geheimnis der Reisestationen gelüftet ist, verrät er auch das historische Motto der Reise: auf den Spuren der K&K Monarchie ….

Hola die Waldfee! Es keimt in mir der Verdacht, der Gatte hat einen Bildungsauftrag mit mir zu erfüllen, der über deutschsprachige Literatur & Instagram-Handyfilter hinausgeht…

PS:
Und so ein schönes rotes Zimmer haben wir auch. Gibt super Insta-Pics:-)
Falls wer Tipps für Meran hat, gerne herbei!

Das Klischee

9 Jul

Es gibt sie noch die Klischees.
Hier im Hotel sind die Klischees zumeist ausnehmend hübsch, ausnehmend jung und bereits zum Frühstück tippi toppi geschminkt. Während mir noch der Abdruck der Kopfpolster Naht quer über die Stirn verläuft und seitlich auf den Kabelabdruck trifft, den die Kopfhörer hinterlassen haben. Vor lauter Hörbuch hören.

Die Klischees stöckeln eifrig hinter wuchtigen Männern her, die sicher irgendwo in der russischen Energiewirtschaft gut aufgehoben sind, und sich bereits zum Frühstück einen Teller Cevapcici reinschieben. Zwischen zwei Tschick. Das Klischee Mädchen sitzt lieb lächelnd daneben und lutscht lasziv an ihrer Frühstücks-Rohkost.

Da muss ich an eine angeregte Diskussion beim letzten Weiberabend denken. Wegen der Heidi und dem Tokio Hotel Bub. Keiner von uns war im Team Tokio Hotel. Alle fanden den bäh. Allein dieser Bart. Was soll das? Nur die liebe M.*) nicht. Die fand das super, dass sich das Klischee auch mal umdreht. Dass sich die Klum nix scheisst und so einen jungen Typen sich nimmt und diesen dann laut unbestätigter Aussage der Gratiszeitung auch noch 5x am Tag her…

Ok, wir hatten schon einen Damenspitz, da kann so ein Gespräch schnell aus dem Ruder laufen. Aber im Grunde hatte sie recht.

Mit meinem ungeschminkten Polstergesicht und dem 2-Jahre jüngeren Gatten halten mich jetzt zumindest die Russen hier schon für die Klischee Umkehr und den Gatten für den Urlaubs-Toyboy.

Alles nur mehr eine Frage der Zeit bis sie ihr Cevapcici mit mir teilen… *) Name geändert.

Der Gscheitling aus ….

8 Jul

„Schau,“ sagt der Gatte, „das ist zum Beispiel ein typisches Haus im Stil des Historismus, wo das äußere Erscheinungsbild auch schon Hinweise auf die innere Verwendung gibt.“

Ich unterbreche mein Spiel mit dem Handy Filter und bin beeindruckt. Selbst nach 14 Jahren kann er mich immer noch überraschen. Der Sachkunde Unterricht in der Großfeldungsiedlung war offenbar doch weitreichender als angenommen.

„Oben der erste Hawara mit dem Dreizack, das is der Neptun, der Gott des Meeres. Der letzte ganz links is der Hermes, der Schutzgott der Reisenden und Kaufleute. Oiso, wos is drinnen in dem Haus?“

„Handtaschen ?????“

Verzweifeltes Kopfgeschüttle.
„Eine Reederei !! Waren von A nach B, von Wasser und zu Land.“

So gscheit der Mann !!!!

PS: das einzige was mir zum Thema Historismus und äußeres Erscheinungsbild eingefallen wäre ist, dass sich Botox nach 3-6 Monaten wieder abbaut…