See you again 

7 Jan

Beim Heimflug hängen wir grad mal wieder am Flughafen in Doha rum. Dieser Flughafen fasziniert mich immer mehr. Du könntest dir locker eine Brettljause am Boden kleschen und fröhlich davon schmausen, so sauber ist da alles! Um sowas profanes wie einen Mistkübel zu finden, hab ich grad den halben Transfer Bereich umrunden müssen. Ich vermute die Menschen hier sind nicht nur sehr schön hergerichtet, sondern die produzieren vielleicht auch keinen Müll. Außer die in den bequemen Flugzeug Jogginghosen und den Nackenhörnchen. Wir. 

Langsam keimt in mir die Neugierde wie das Land außerhalb des Flughafens wohl aussieht?

Vorher muss aber nochmal feierlich Abschied genommen werden von Sri Lanka. Ihr sollt auch was lernen, also ein paar Facts zum Schluss: Sri Lanka ist etwas kleiner als Österreich. Eine Insel. Südlich von Indien. Die Menschen fahren gerne wild Auto und wackeln im Gespräch mit dem Kopf von links nach rechts. Das bedeutet nix, außer dass sie dir aufmerksam zuhören. Ich mag alles was klein, überschaubar und trotzdem vielseitig und voller Gegensätze ist. 4 Weltreligionen die alle friedlich nebeneinander her beten, singen und viel leuchten und blinken. 

Wir haben dieses Land und seine Menschen alle drei ins Herz geschlossen. Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen … wir müssen ja irgendwann mal doch diese Wale sichten. Und am Ende gibt es keinen größeren Reichtum als gemeinsam verbrachte Zeit mit seinen Lieben. 


Falls jetzt wer auf den Geschmack gekommen ist, ich geb gerne Tipps weiter oder komm auf einen Diavortrag. 

Ein Dankeschön an Richard Senft und sein Reisebüro Enjoyreisen aus Wien (Hollandstrasse, 1020) für die Planung und Organisation. 

Und ein Dankeschön euch allen fürs zahlreiche Mitlesen !!!

Der Wow Effekt 

6 Jan

Der „Wow Effekt“ kann ein bestimmtes Service oder eine Dienstleistung sein, mit der niemand rechnet und die positiv überrascht und das Unternehmen damit in Erinnerung bleibt. Soweit so theoretisch. 

Vorgestern hat das Zimmermädchen (wie gendert man eigentlich „Zimmermädchen“?) so einen Wow Effekt hinterlassen. Neben dem kleinen blauen Stofftier Elefanten, den wir mitgebracht haben, hat sie eine einen großen weißen Elefanten dazu gebaut. Aus Handtüchern!!!!! Daneben war auch eine kleine Botschaft auf einem Zettel. 


Wow! 

PS: Gestern hat sich zum Handtuch Elefanten noch ein kunstvoller Handtuch Hängeaffe gesellt !

Whale watching

4 Jan

Ich überleg immer noch wie ich Mel C ansprechen soll. Der Ort muss auf jeden Fall das Obstbuffet oder das Fitnesscenter sein, denn so wie der ihr Körper aussieht ist die noch nie woanders gewesen. Wenn sie mal die Liege neben mir haben sollte, ist es wie wenn eine knallhart gestählte Kokosnuss neben einem Milchbrötchen liegt auf dem der Hinweis pickt: „Ware abgelaufen, aber noch in Ordnung“. 

Gestern haben wir den ultimativen Gatten Traum erfüllt: Whale Watching. Also fast erfüllt, weil die Wale nicht da waren leider, was aber egal war, weil die Bootsfahrt allein schon so großartig war! 

Also nachdem der Teil der Bootsfahrt vorbei war, indem die weiblichen Mitglieder unserer Familie mit einem Plastiksackerl über der Brüstung gehangen sind. Dank gut sortierter Reiseapotheke war der Spuk (Achtung Wortspiel!) nach einer Stunde vorbei. 

Dann wars richtig chillig am Boot. Sonnenuntergang, sanftes Schaukeln und Parov Stelar in den Boxen. Den kennt man offenbar hier auch. Da is mir dann eingefallen, dass wir in der Agentur für sein neues Album eine Guerilla Kampagne gemacht haben. So könnte ich die Mel C ja ansprechen ! „Hey Mel, I did promo for parov – should i also do it for you???“ 

Statt einem Wal hat der Gatte wenigstens einen fliegenden Fisch entdeckt. Vielleicht sollte man dem Sri Lanka Tourismus Büro auch eine Guerilla Kampagne vorschlagen: so Pappkameraden Fake Wale, die für die Fotos der Whale Watcher im Meer positioniert werden. So wie die Radar Papp Polizisten daheim. 

Im Lager in der Arbeit hätte ich sogar noch zwei Papp Figuren stehen: Ein berühmtes österreichisches Schweinderl. Und den Niki Lauda. Vielleicht kann man damit ja was anfangen…. ?!?!

Spice Girls in da House ! 

2 Jan

Gestern beim XL Buffet im Badehotel ist mir schon wieder wer bekannt vorgekommen. Die einzige Frau in der Anlage mit zahlreichen auffälligen Tattoos. Jetzt sind auffällige Tattoos durchaus üblich daheim im Ottakringer Bad. Hier habe ich allerdings noch niemanden bemalt gesehen. Gut, je dunkler die Menschen hier. desto verhüllter in UV Schutzanzügen, das muss man auch dazu sagen. Der einzige Stern der hell zwischen allen, schneeweiß wie ein Bergkristall rausstrahlt, das bin ich. Weil leider kein Airbrush Tanning daheim mehr möglich war an den Weihnachtsfeiertagen. 

Mein detektivischer Spürsinn sagt mir, die Tattoo Frau beim Buffet muss also entweder eine Kollegin aus dem Ottakringer Bad sein, ein Rockstar oder eine Midlife Mutti (wie ich). Und wie ich da so beim Spicy Dahl Curry neben ihr anstehe wird es mir plötzlich klar: Mel C! Spice Girls! 

Ich steh tatsächlich mit einer von den Speisingers bei der spicy Hauptspeise an. Ich kann jetzt vor Aufregung gar nicht genug von den Wortspielen bekommen! Am liebsten hätte ich den lieben Mann bei der Essensausgabe laut angesungen: „i tell you what I want, what I really really want!!“ Der hätte vermutlich nur freundlich lächelnd genickt und „Ayurveda“ geantwortet… 

Das Internet hat mir dank Tattoo Abgleich meine Vermutung bestätigt. Sporty Spice is im gleichen Hotel wie ich! 

Jetzt hab ich 5 Tage Zeit mir einen Plan zu überlegen, wie ich zu einem gemeinsamen Selfie kommen könnte ?!??? 

„Hey Mel, I am also 1974, lets take a picture?“

„Hey Mel, I am also a mother. Pic?“

„Hey Mel, from one Tattoo Victim to another, Photo?“ 

„Hey Mel, lets share a sporty Glas of water on a picture?“ 

„Do you like the spicy kitchen im Sri Lanka? Photo?“ 

„Hey Mel, do you know Andi Borg????“ 
Hat wer bessere Ideen ??

Ich baue das Haus höher 

1 Jan

Also wie gesagt, um 4:30 aufstehen zum letzten großen Abenteuer unserer Rundreise: Jeep Safari im Nationalpark. Das war so großartig! Ich wäre zwar ein paar Mal vor Müdigkeit fast vom Jeep gekippt, aber der Schlafentzug hat sich gelohnt. Krokodile, Wasserbüffel, Elefanten, Pfaue… alles haben wir gesehen. Und unzählige der zahlreichen Vögel, wo Shiran stolz zu jedem einzelnen etwas dazu erzählen konnte. Jeder Vogel eine Besonderheit in der laut Shiran grössten und vielfältigsten Vogelwelt des Planeten. So wie alles in Sri Lanka laut Shiran ganz besonders ist. So stolz wie er jeden Tag seine offizielle Tourismus Guide Lizenz um den Hals trägt, so stolz ist er auch auf sein Land. 

Leider war heute auch der letzte Tag mit unseren Guide gekommen. Er hat uns soviel erzählt diese Tage, über das Land, die Menschen, die Geschichte, das Leben hier und auch über sich selbst und seine Familie. Mit offenherziger Gastfreundschaft hat er uns zu sich eingeladen („wenn ihr kommt nächstes Mal, ich baue Haus höher dann haben Platz bei meiner Familie“) und heute durften wir seine Familie auch kennenlernen. Drei reizende Kinder und eine sympathische Frau. Seine Kinder und unser Kind haben auch ohne jegliche sprachliche Verständigungsmöglichkeit einen Weg gefunden miteinander zu kommunizieren. Es wurden mit den Händen Elefantenrüssel imitiert und Schmetterlinge dargestellt. Es wurde der Mund mit Luft aufgeblasen und mit gespitzten Zeigefingern und lautem Lachen zum Platzen gebracht. Es wurden Augen verdreht und lustige Grimassen geschnitten…

Beim letzten Hotel, indem wir jetzt noch ein paar Tage zum Baden bleiben, war es dann Zeit Abschied zu nehmen. 

Später habe ich das Kind gefragt was das tollste für sie an der Rundreise war. „Das Treffen mit Shirans Familie, Mama. Und das Jeep fahren heute früh.“ 

Es braucht nicht viel. 

❤​

Silvester und Palmen

1 Jan

Ich war mal beim ACDC Konzert ganz vorne vor der Bühne. Und vorm Lautsprecher. Danach hab ich drei Tage und drei Nächte das Telefon läuten gehört. Dabei hat mich kein Mensch angerufen. 

Gestern Abend hatten wir ein großartiges Silvester Gala Dinner in unserem 4. Rundreise Hotel. Mit DJ! Ich hätte erwartet, dass der so gemäßigte Gutelaune Musik für die reiferen Rundreisenden (wie wir) spielt. Weit gefehlt, der DJ hatte ein breites Spektrum. Nach dem Essen hat mir das Kind zu Michael Jackson („Dirty Diana“) die Choreo aus ihren Tanzkurs beigebracht. 

Die anderen Rundreisenden sind in der Lobby gesessen, jeder tief ins Handy versunken. Es wurden bestimmt zahlreiche Grüße in die Welt verschickt wie toll dieses Silvester ist. 

Später zu Rage against the Machine („Killing in the Name of“) hab ich dem Kind Headbangen beigebracht. 


Die Rundreisenden haben immer noch Glückwünsche unter Palmen verschickt. Unbeirrt dass der Sänger die ganze Zeit ur laut „Mothafuckaaaaaa“ geschrien hat. 

Vor Mitternacht wollten wir eigentlich schon schlafen, weil der Wecker heute schon für 04:30 gestellt war. Eigentlich ! Denn der DJ war äusserst motiviert und die fehlenden Raketen wurden durch übermäßige Lautstärke kompensiert. An Schlaf war nicht zu denken. Da war es wieder dieses ACDC Feeling gefühlt direkt neben meinem Bett. Irgendwann um 1 Uhr bin ich kurz nach Dr. Alban („its my life“) endlich eingeschlafen. 

Und als uns um 4:30 der Wecker aufgeweckt hat, war es in der Heimat genau Mitternacht. Den Grund für das frühe Aufstehen verrate ich im nächsten Blogbeitrag (heute ausnahmsweise ein zweiter). 

Es war es auf jeden Fall mehr als Wert !!!! 

Happy New Year allen allen Lesern und Innen des Blogs! Ich freue mich wirklich sehr, dass ich euch mit meinen Kurzgeschichten ab und zu unterhalten darf. 

Tropischer Kälteeinbruch !!!

31 Dez

Die ganze Zeit überleg ich schon an wen mich Shiran, unser Guide, erinnert. Und gestern ist es mir eingefallen. Zwischen zwei Überholmanövern auf der Hochlandstrasse, als ich kurz die sicherheitshalber geschlossenen Augen wieder aufgemacht habe. Wie er da so vorn am Steuer von unserem Kleinbus gesessen ist und fröhlich ortsansässige Radiomusik mitgesungen hat, da war es mir schlagartig klar: Andi Borg! Nur halt etwas dunkler. Die Sri Lanka Version von Andi Borg.

Ich hab gleich einen seiner größten Hits „die Fischer von San Juan“ im Ohr gehabt, immer wenn wir bei einem Wasser (Fluss, Stausee, Wasserfall) vorbeigekommen sind. 

Später haben wir die höchste und kälteste Stadt der Insel auf 1900 Metern erreicht. Ein beliebter Sommerfrische Ort. Das war der Zeitpunkt, wo die extra angeschafften Multifunktionsjacken endlich ihrer Bestimmung zugeführt werden konnten. Eigentlich eh nicht notwendig, weil es immer noch warm genug für kurze Leiberl war. 

Für uns. Für die tropenverwöhnten Einheimischen war es dort oben tiefster arktischer Winter. Kaum jemand war ohne Haube und zusätzliche Ohrenschützer zu sehen. An jeder Straßenecke wurden dicke, wollene Sturmhauben verkauft. Offenbar hält sich die Kälte hier nur um den Kopf herum auf, weil zur Haube werden normale Schlapfen und kurze Shirts getragen. Vielleicht ist das abgeleitet von der Insel selber, weiter Unten ist es warm, Oben im Hochland kühl … 

Kaum hatten wir unser Auto verlassen, hat auch Shiran eine Haube aus dem Handschuhfach gezaubert. So spazierten wir dann bei angenehmen 20 Grad durch die Stadt: Vorne weg Shiran mit der Mütze und hinten wir mit den bunten Mehrschicht Jacken. Und dazu mein Ohrwurm: „das Boooot mit den beiden Fischern von San Juan. Das fährt zu der schönen Insel und kommt nie an….“