Camping. der Erwin Pröll. Und die Hauptstadt

5 Apr

Camping in Berlin. Sehr geil is das. Da gibt es insgesamt 5 alte Wohnwägen und 3 Hütten. 1 Gemeinschaftsbad und ein Klo. Es ist bewölkt und hat nur wenige Plusgrade, der Franzose aus der Nebenhütte rasiert sich grad elektrisch während seine Gattin die Koffer packt. Die Familie unbekannter Herkunft, vom Camper vis a vis, steht erst grad auf. Im Gemeinschaftsbereich sind schon Croisssants und Kaffee angerichtet. Campingfeeling pur. Mit nur einem kleinen Unterschied: wir sind in einer alten Fabrikhalle. Beheizt.

Der Pröll und ich und der Karl May
Ich mag ja Camping grundsätzlich gern. Als Kind war ich auch campen, zB in Jugoslawien. Zuerst stundenlang in Spielfeld an der Grenze stehen. In der Nacht. „Weil da weniger los is.“ Seltsamerweise warns dann am Grenzübergang doch alle da, die anderen Urlauber….
Dann gings stundenlang weiter über Bergstraßen und Serpentinen. „Schau, da hams den Schatz am Silbersee gedreht!“ ruft die erste Reihe im Auto. Ich, damals pubertierender Teenager auf der Rückbank, dachte mir jedesmal „Scheiß am Karl May!! Ich will nach Italien!“ In meiner Vorstellung war das damals viel cooler als Jugo. Sand am Strand statt Seeigel. Und Italiener…

Ob der niederösterreichische Landeserwin auch so gern dort durchgefahren ist? Was weiß man… Da hat er die Sissi und die Gschroppn in den Volks(partei)wagen gepackt und ab durch die Karl May Berg! Zur Reisevorbereitung hat er den Schatz am Silbersee ausgelesen. Als einziges Buch seines Lebens (im Kapitel „Trivia“ auf dem Link ist es erklärt)

Bitte keine Wiener!
Als wir endlich am Campingplatz angekommen sind, war die Challenge einen guten Platz zu finden. Nicht etwa „in Strandnähe“, wegen der Aussicht oder „weit weg vom Klo“, wegen dem Gestank. Nein die Anforderung hat gelautet: „keine Wiener in unmittelbarer Nachbarschaft“?!? Warum weiß ich bis heute nicht.

Damals war meine Heimatregion ja noch Sommerfrischehochburg. Da hams den Gemeindebau verlassen und sind aufs Land, zu uns „Bauern“. Die ham auch immer „Gscherte“ gesagt zu uns. Und wir zu Ihnen. Wieso und warum hat keiner gewußt. Zumindest ich nicht. Die „Wiener können auch nicht Autofahrn“ hats immer geheissen in der Steiermark. Wundert mich eh nicht. Denen war zuwenig los auf den Straßen. Abgesehen von der Frage ob man einen Mähdrescher links überholen darf?
Also offensichtlich war die Steirisch-Wiener-Freundschaft noch am Beginn, in den 70er und 80er Jahren. (Bei mir nicht. Meine beste Freundin in der Volksschulzeit war Wienerin und ich fand Wien viel cooler für damals 9jährige. Allein die Spielplätze!!!)

Na wurscht. Ich verzettel mich schon wieder.
Fakt is. Camping is cool. Indoor Camping in der Hauptstadt erst recht. Also schauts eich des an: Hüttenpalast

PS: Wenn ich drüber nachdenk is der Pröll sicher in seinem Land geblieben. Der war sicher bei der Marillenkönigin in der Wachau auf Urlaub…

2 Antworten to “Camping. der Erwin Pröll. Und die Hauptstadt”

  1. Stiefel April 5, 2013 um 1:45 pm #

    Hi Susanne,

    Bin grad am spielen mit dem neuen Drucker, der ist fast so groß wie der in der Haken sprich Arbeit oder eher Hacken könnte beides passen weiß nicht so genau. Auf alle Fälle bewundere ich wieder einmal deine Eloquenz und deine Fantasie, sag wo bekommst du die Drogen her? Auf alle Fälle ist der Drucker urgeil, schau mal vorbei auf einen Druck für den Strickverein oder so.

    LG Stiefel

  2. nukimama April 5, 2013 um 2:21 pm #

    Hahahaaaa…ich hab Sommerurlaub fahren in jedem Fall gehasst. Nach „Jugo“, weil mein Vater dem Spielfeld-Stau ausgewichen ist über irgendwelche südsteirische Bergstraßen = Das erste Mal ko****. Dann durch das graue Marburg hinter stinkenden Diesel-Lkw’s = das zweite Mal k****. Wenn man das alles ermattet überlebt hatte, kam zum Schluss die dalmatinische Küstenstraße = K3 – mit stundenlangem Warten auf die Fähre in der prallen Sonne = K4

    Italien? Auch nicht besser: Pack, wahlweise Soboth (= K1), Papierfabriksgestank in St. Gertraud (=K2), Kanaltal (=K3) und irgendein K4-Grund hat sich immer noch gefunden, zur Not hat halt Vater im Auto geraucht (war gesundheitsmäßig ah scho‘ wurscht, weil der alte Mercedes hatte hinten nicht einmal Gurte, die vielen Schutzengel am Bord haben uns praktischerweise von Lungenspätfolgen bewahrt, nur gegen das K***** konnten’s auch nix machen).

    🙂

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