Plan B: Nationalrat

25 Feb

Komisch. Hollywood hat noch nicht angerufen. Dabei bin ich voll erreichbar. Ich sitz/lieg ja noch immer auf der Couch und lager mein Bein hoch. In Zeiten der modernen Technik ist das schon sehr super, dass ich trotzdem meinen Beruf ausüben kann. Mail, Verbindung zum Office Server und Handy sei Dank. In irgend so einem schlauen Business Seminar, dass ich vor Jahren mal besuchen durfte, ich glaub es war was mit Stimme, Sprache und Atmung und so Zeug. Also da hab ich mal gelernt, das man auch am Telefon sein vis-a-vis immer irrsinnig anlächeln soll. Auch wenn der das nicht sieht, die Vibrations sind da. Man soll sich bei wichtigen Telefonaten auch aufrichten, am imaginären seidenen Faden der vom Schädel bis zur Decke geht (ich schwöre, der kommt in jedem bleden Motivationsseminar vor der seidene Faden, egal welches Thema… ).

Das is jetzt natürlich alles schwer umzusetzen, wennst im Ferrari-Jogger daheim auf der Couch liegst und die Füße hochlagerst. Mein einziger seidener Faden verbindet mich mit dem Kühlschrank. Da bin ich dann wieder froh, dass sich das Videotelefon Thema nicht durchgesetzt hat, weil wer würd mich da noch ernst nehmen als Agenturleitfee. Ganz zu schweigen von der Vorbildwirkung für meine Studenten der FH St. Pölten.  Die würden sofort zum Sozialarbeiterstudium überlaufen (praktischerweise im gleichen Gebäude) wenn sie sehen, dass die Zukunft in 20 Jahren auch so aussehen kann: wie ich jetzt aktuell auf der Couch.

Für den Fall dass Hollywood anruft, hätte ich auch schon einen Geheimtrick parat. Den hab ich vor Jahren mal erfunden. Ich verrate ihn euch, aber der is wirklich ur geheim. Also ich hätte sollen mit so New Yorker Werbefuzzis eine Telefonkonferenz machen. Nur: die verstehst du nicht!! Und so gut war mein Englisch damals auch nicht. Zuerst hab ich eh verzweifelt versucht, das Telefonat zu vermeiden und auf E-Mail umzuleiten, ich hab mich mit akutem Stimmverlust verleugnen lassen und um ein Mail gebeten. Später hab ich Keuchhusten simuliert. Und dann is mir was eingefallen: ich hab ein Papier aus dem Drucker genommen und hab neben dem Telefon laut das Papier geraschelt: „I am sorry, such a baaaad Connection, please can you send an E-Mail?“.

Liebe Studenten, was lernen wir daraus? Brav Englisch lernen, eben!

Wenn jetzt Hollywood anruft wegen Bridget, is das aber nicht so schlimm, da kann ich mir so ein paar Animositäten á la Christoph Walz wohl leisten. Da sag ich einfach: „Oh, please contact my Agent!“. Da bräucht ich halt dann nur gach einen Ädschent. Aktuell fallen mir in der Branche nur die Marika Lichter und Helmut Fönwelle Werner ein. Na hurra!

Einen Vorteil hat das Couchworking dennoch, man kann ungeniert daneben Fernschaun. Und seit gestern bin ich Fan von „Politik Live – Nationalratssitzung“ auf ORF III. Das eignet sich sehr gut als Büro-simulierende-Geräuschkulisse, die Ablenkungsgefahr hält sich auch in Grenzen und ist Vergleich mit dem nächtlichen Kaminfeuer Übertragungen oder der „Nachtschiene“ auf W24 auch überschaubar. (Wobei Nachtschiene schau ich wirklich ab und an gern. Dann rate ich wo die nächste BIM-Station wohl sein wird… )

Nach 2 Tagen hab ich auch jetzt schon durchaus eine Beziehung aufgebaut zu den Darstellern, gestern zum Beispiel war eine Debatte. Der Basti Kurz allein auf der Regierungsbank mit roten Wangerl und verstohlen ins Smartphone schauend, während unendliche viele Redner dran waren, die alle irrsinnig ausufernd und schwafelnd eingeleitet haben. Da kannst dich dann auch schlecht rausschwindeln, wennst allein da oben hockst oder? Die Schlupflied Mitzi (das darf man schon sagen, oder? weil das haben ja die Medien erfunden und nicht ich, sie darf auch gern Schlupflied Susi zrück sagen) hat am IPad rumgewischt. Leider war die Kamera zu weit weg, ich weiß nicht ob sie auf Zalando war oder ob sie auch dauernd Weight Watchers Werbung eingeblendet kriegt. So wie ich neuerdings !!!

Auf jeden Fall ist das echt ein zaches Gschäft als Nationalratsabgeordneter,  hab ich mir dann gedacht. Ich würde zuerst mal eine Schwafel-Strafe einführen und beinhart bestrafen. So wie beim Warsteiner Fußballstammtisch die Spar-Sau, wo dann alle einzahlen müssen. Weil das is dann wirklich kein Wunder, dass keiner gscheit zuhört, außer die eigene Fraktion, wenn jedes Statement von einer 3 Minuten Schwaflerei eingeleitet wird. Inhaltsleer. Wissen eh schon alle. Jooooo eeeeeeehhhhhh sind wir allen betroffen, und joooo eeeeeehhhh ist Lemberg nur so weit entfernt von Wien wie Innsbruck und deswegen geht es uns alle an. Aber der Vergleich ist gestern Minimum 8x gefallen von verschiedenen Leuten !!! Das is ja nicht produktiv ! Es geht darum wie wir dazu stehen als Land und was man tun kann, oder seh ich das falsch als Polit-Laie? Na mich dürfen´s nicht einstellen als NR Präsidentin….  Vielleicht sollt ma auch Störsender einbauen, damit die nicht so ungeniert surfen dürfen während da vorn wer redet. Ich mein, das traut sich bei meinen Studenten auch keiner! Und dann macht man 10 Minuten Pause jede Stunde, da dürfen dann alle schnell ins Internet und ihre Warenkörbe befüllen. Andererseits bei der vielen Schwaflerei der Redner, kann man es ihnen auch irgendwie nicht verdenken, dass sie im Publikum zum Surfen anfangen,  ich wär vielleicht auch schon Champion in der Candy Crush Saga…

So, ich muss jetzt weiterschauen, das spannende Thema Vignette ist jetzt dran. Ein Herr sagt grad „die muas ma dann wieda owakrotzn….“. Ois dann. Fernsehen bildet!!!

 

3 Antworten to “Plan B: Nationalrat”

  1. andrea Februar 25, 2014 um 6:37 pm #

    was bitte ist ein ferrari – jogger?
    a.- rots gwandl mit rollen dran zum umfallen und geschoben werden
    b. – oder gibt es oberweite xx ala lolo?
    c. – ana der hinter an roten auto nachrennt?
    vorschläge a bis c- vorsicht, könnte lethal werden.
    ganz ohne weapon.

    • 100tageohneklumpert Februar 25, 2014 um 9:19 pm #

      Liebe Andrea, haha, die 3 Varianten sind super!! leider ist die Realität weniger aufregend, es is einfach eine rote Puma Jogginghose die eine Special Edition von Ferrari sein dürfte. Weil das Ferrari Logo ist klein drauf. Gabs in Kleinhaugsdorf im Ausverkauf um 20 Euro 🙂

      • andrea Februar 26, 2014 um 7:00 am #

        ;-)) macht auf alle fälle einen sportlichen anblick am coucherl – und ist somit völlig nebenwirkungsfrei und ungefährlich!
        wünsch dir einen guten tag!

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