2 Okt

Nach dem lustigen Kinoabend haben wir gleich bei der Schweppes Bande geschlafen. Nicht weil wir, so wie die Ines aus dem Film finden, das „Monogamie voll over ist“. Nein weil wir alle elendige Schnorrer sind, die sich Babysitterkosten teilen.

Die Wohnung der (mittlerweile) Schwips-Schweppes Bande liegt mitten in der Bobo Kernzone. 6. Bezirk. Auch praktisch, weil wir da vom Apollo Kino gleich rüberwackeln konnten. Und als wir da beim glutenfrei Paradies vom männlichen Bandenführer vorbeigekommen sind, da stand es dann in der „wer ist jetzt Bobo“ Schuldzuweisungsdiskussion fix  1:0 für mich. Der hat nämlich einen Schanigarten bei seinem Lokal, schick und lässig in weiß. Das lädt natürlich Vandalen und Sprayer geradezu ein. Und was haben sie ihm da raufgesprüht? „Hipesther“. (Auch wenn die Rechtschreibung drauf hindeuten könnte – ich wars nicht!)

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Ich mein, normalerweise schreiben Vandalen doch Sachen wie „die Häuser gehören denen die drin wohnen“ drauf oder „Wixer in den Mixer“. Ob der leicht dilettantisch, zögerlichen Ausführung der Attacke habe ich eh auch kurz überlegt, ob er vielleicht selber…. na nix. Stop! Nicht mal denken! Er schickt mir sonst die Russen. Und ich fürchte er meint damit nicht dass der Wladimir Kaminer auf ein kleines literarisches Quartett einreist….

Am nächsten Tag, alle wieder nüchtern. Der Gatte immer noch sichtlich gezeichnet vom Film. Der Gute kommt aus Floridsdorf. More clash of cultures geht net. Die Retro Stücke die die Bobos ironisch ausführen, die sind in der Boutique in Floridsdorf immer noch in der aktuellen Herbst/Winter-Kollektion gelistet. Das möchte ich mal sehen wenn sich zwei so zufällig treffen. Sagen wir, in der Mitte, am Praterstern. Der Bobo und der Floridsdorfer. Beide im gleichen Strickwesterl. Da verschwimmen dann die Grenzen regelrecht über der Donau…

Er hat sich auch nicht wirklich erholen können, der Gatte, vom vielen verwunderten Kopfschütteln, weil am nächsten Tag war auch gleich noch Neubaugassen Flohmarkt. Was dem Floridsdorfer sein Einkaufs-Spitz, ist dem Bobo seine Neubaugasse. Die Kreativität drückt sich meist schon in der Namensgebung der Geschäfte aus. Second-Hand Geschäft „Zweitkleid“ zum Beispiel. Früher war das eigentlich nur den Frisören vorbehalten, so Wortspiele wie „Haarbracadabra“, „SaHaara“ oder „KammIn“. „Hair-Reinspaziert“ mag ich auch.

Also in der Neubaugasse findest du einen Unisex-Retrofetzen-Austatter um den Anderen. Da zum Beispiel der Bobo Deichmann:

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Hier gibt es auch die sexy Hans-Krankl-Gedenk-Hotpants:

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Ich geb´s eh zu, ich war kurz davor mir diesen Sportanzug aus Fallschirmscheide (allein dieses schöne Wort:  „Fallschirmseide“)  zu kaufen. Das hätte mir einen fetten Minuspunkt in der Bobo-Battle eingebracht. Dafür hätte ich mich beim nächsten Familienfoto optisch sehr harmonisch neben der weltbesten Schwiegermutter ins Bild gefügt.

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Wahrscheinlich sind die Sachen gar nicht alle echt retro. Kommt sicher alles aus der gleichen Bangladesch Fabrik, wie die oben erwähnte Herbst-Winter-Kollektion. Nur die Retro Teile kriegen ein bisserl mehr Stinki-Stinki ab. Wegen der Authentizität.

Na super. Jetzt hab ich mich schon wieder vertratscht und bin wieder nicht zum eigentlichen Drama gekommen. Ok einen Spoiler kann ich geben: die Fallschirmseide.

PS: Tausend Danke fürs viele Lesen vom gestrigen Beitrag! Ich freue mich da sehr darüber !!!

 

 

 

 

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