Was macht das Schwein im Gummibärli?

1 Jan

„So und das Reh ist für Sie“, sprach die freundliche Kellnerin und stellte den Teller vor mir hin. Gleichzeitig mit dem Teller vor mir, landet ein höchst fragender Blick der kleinen Dame auf mir. Ich seh schon wie das Köpfchen warm läuft und die Augen zur vorwurfsvollen Rollbewegung ansetzen.

Was sagst jetzt dazu? Dass das eh sicher nicht das Reh vom Waldausflug mit der Omi war? Dass das sicher ein altes Reh war, glücklich bis zum Schluß und dann bumm einfach umgefallen und zufällig kam der Koch… Oder man  versucht die Aufmerksamkeit auf die Herkunft vom Kinderwienerschnitzi zu lenken?

In solch ratlosen Situationen hat sich schon öfter  eine kleine Google-Recherche-Auszeit am Klo bewährt. Während ich noch überleg, wonach ich da bitte suchen soll („vegane 6jährige?“, „woher kommt die Wurst?“, „was macht das Schwein im Gummibärli?“), werde ich tatsächlich dorthin gerufen.

„Mama, da sitzt eine Riesenspinne am Klo, Hilfe!“. Das ist meine Chance im Ranking wieder ein paar Punkte wett zu machen und eile heldenhaft zur Hilfe. Die Riesenspinne ist zwar nur ein landesüblicher oststeirischer Weberknecht, dafür thront er hoch oben auf der Decke, direkt über Kloschüssel.  Jetzt muss man ein bisserl kreativ sein, in der Findung der Lösung, wenn man erstens zu klein und zweitens selber Arachnophobiker ist. Und dann war ja da noch dieses Tierschutzthema….

„Schau Schatz“, sag ich fest entschlossen, „das ist kein Problem! die Mama wird diese Spinne retten und zum Fenster rausbringen. Dort kann es dann seine Familie suchen.“ Das Kind wartet gespannt auf den Rettungsversuch. Die Mutter sucht ebenso gespannt nach einer Möglichkeit an das Viech dranzukommen. Klobrillenbesteigung scheidet aus. Zu nah die Kontaktmöglichkeit. Stöckelschuh, scheidet auch aus. Zu kurz die Reichweite. Klopapierrollen werfen erscheint mir auch nicht sehr zielführend. Da bleibt dann eigentlich eh nur mehr der Rettungsanker Klobemstel („Toilettenbürste“). Also mache ich mich ganz lang und strecke den Besen zur Decke und hoffe dass die Spinne meine Einladung dankend und vor allem schnell annimmt. Und dann hoffe ich noch, dass kein verdammter Tropfen sich von dem Klobesen löst und den Gesetzen der Schwerkraft zufolge genau auf mich … Bitte auch nicht dann, wenn ich den Besen dann beim offenen Klofenster ein bisserl rausschütteln muss, damit die Spinne sich wiederum lösen kann. Und gut wärs auch, wenn genau in dem Rausschüttel-Moment kein anderer Restaurant Gast vor dem Fenster vorbeigehen würde. Also für ihn halt. Zumal der Anblick von draussen, wie da der weiße Klobesen aus dem Fenster hinauswedelt, vielleicht auch ein wenig befremdlich anmuten mag.

Naja. Wie auch immer. Die Anmut kommt in diesem Fall mit der Heldenhaftigkeit mit der ich diesen Einsatz in 4 Wänden glorreich absolviert habe. Glorreich im Klo Reich! Ende gut. Alles gut. Kind ist happy und vor lauter Aufregung hat sich die Herkunftsdiskussion der Hauptspeise von ganz allein vertagt. Es kommt auch zum Glück bei der Nachspeise keine kindliche Frage auf, wer bei der Crème brulée denn brüllt.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen auch ein supergutes und heldenhaftes neues Jahr 2017 !

Alles Liebe & vielen Dank fürs Lesen !!!!

PS: Ganz so heroisch bin ich dann leider eh nicht ins neue Jahr gerutscht. Ich bin mit Sicherheit der einzige Depp des Landes, der genau an dem Tag, wo alle tausendmal „guten Rutsch“ sagen, tatsächlich mit den Socken auf der Stiege ausrutscht und sich den Knöchel hinten blutig aufreisst. Aber alles wurscht. Gerda Rogers sagt, es wird das Jahr der Löwen. Creme Brülllleeee !!!!

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