Ich musste die Kinder abgeben, die Katze war allergisch

11 Jun

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Zum ersten Mal bin ich auf dem Feschmarkt in der Ottakringer Brauerei in Wien. Der ultimativ angesagte heiße Scheiss, sagen sie. Must see. Must be.

Im Freigelände legt eine Djane Schallplatten auf. Die Kopfhörer dazu schief am Kopf. Wozu weiß ich nicht recht, weil ob der Übergang vom nächsten Lied passt ist in meinen Augen eh fast wurscht, wenn ohnehin nicht mehr klar ist, wo eines anfängt und das andere aufhört. Elektronische Musik und ich: a schware Partie!
Und ich bin mir noch nicht einmal sicher ob man dazu überhaupt elektronische Musik sagt. Egal. 

Eine Hipster Großfamilie wuzelt sich neben der Djane auf den Industrie Stiegen der Ottakringer Brauerei am Boden. Die Männer tragen Bier und Bart. Die Frauen Röcke und Kleider im Humana Container Vintage Style und das obligatorische Haarknödl.

Neben uns am Tisch sitzt eine Studentin, die hat sich einen Teppich um den Hals gewickelt.
Mir ist heiß bei gefühlten 35 Grad.

Drinnen beim Feschmarkt viele Standln. Lässige Sachen. Lässig trifft es gut. Mit dem wie-Wort lässig können wir beide gut leben, die uniformierten Hipster Sachen und ich auch. Viele Sachen sprechen mit einem, also zumindest steht ganz oft was drauf, auf Baumwollbeuteln, Halsketten, T-Shirts, Bildern. Nix kommt unkommentiert daher.
Beispiel: „Ich musste die Kinder abgeben, die Katze war allergisch.“
Oder „cacti ned au“ (dazu ein gezeichneter Kaktus)

Die Grossfamilienkinder, die inzwischen lässig am dreckigen Boden vor der Djane robben, haben auch alle Haar Knödl. Süß is das. Eh. Leider ist mein Kind überhaupt nicht „fein mit“ mütterlichen Hipsterisierungs-Bemühungen.

In dem ganzen Baumwolle und Botschaften Inferno sticht ein Stand wie ein bunter Hund heraus: Chanel ! Lippenstift Heaven! Einmal Lippenstift für die Mutti und einmal Gloss für das Kind. Dazu noch Süßigkeiten im Einweg Pappbecher. Mehr hast nicht gebraucht, um alle glücklich zu stimmen.

Jetzt sitzen wir mit unserem Chanel Becher neben der Teppich Studentin und das Kind fasst den gesamten Feschmarkt mit folgenden Worten zusammen:

„Mama, das ist aber ein sehr tolles Geschäft, das Chanel !!“

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