Narzisten-Königin

1 Jun

Wir sind über das verlängerte Wochenende im Hotel „die Wasnerin“ im schönen Ausseerland, wo dieses Wochenende auch das weltberühmte Narzissenfest stattfindet. Bei dem Wort hab ich unweigerlich an eine bestimmte männliche Freundin denken müssen, und ob die vielleicht Narzisten-Königin ist. Aber man soll ja keine so bösen Gedanken haben, also habe ich mich heute früh beim Hotel-Morgen-Yoga wieder in meine innere Mitte zurückgeschaukelt. Mit viel Ohm und Tschaka.

Bei der Position vom herabschauenden (oder fallenden??) Hund hat der liebe Gott meine bösen Gedanken allerdings eh gleich bestraft. Wie ich da so verrenkt stehe, Hände am Boden, Hintern steil nach oben und mit dem Boden ein seltsames Dreieck bilde, legt der eingezogene Kopf den Blick auf meine Oberschenkel frei. Von unten!!
Schlagartig war mir klar, warum die Position möglicherweise herabfallender Hund heißt!
Und da waren sie auch schon die narzistischen Gedanken: „Hilfe! Was kann man da tun? Nur mehr wadenlanges tragen bitte! Doch Sport machen?? Oder Wabi.hu?….“

Der Gatte neben mir hat davon unbetroffen weiter in seine Mitte hinein- und hinausgeatmet. Das hat ihn so sehr entspannt, dass er später, als ich ihm mein dramatisches Leid geklagt habe, nur schulterzuckend geantwortet hat: „Ich mag deine Milchsprudler, so wie sie sind!“.

Später beim Frühstück, hab ich mich dann versucht mit einem Griesbrei vom Buffet zu trösten. Aber der Trost war nur ein kurzer, weil der Griesbrei hat irgendwie nicht so getan und geschmeckt wie er sollte. Bis ich draufgekommen bin warum: der war mit Soya Milch zubereitet! Bitte schön, ein Griesbrei hat mit einer dicken Schicht Rahm daherzukommen, der nur mit Milch möglich ist. Vollmilch! Maximal Benko darf oben noch drauf! Von draussen hat man beim Frühstück noch das Glockenläuten der glücklichen Milchkü

he gehört, die Tageszeitung hat sogar mit dem heutigen Welttag der Milch getitelt, und ich sitz da mit einem gentrifizierten Griesbrei. Und Milchsprudlern unterm Tisch…

Wenn schon nicht Narzissen-Königin, vielleicht sollte ich die Schutzpatronin der Milchkühe werden…

PS: Zum Abschluss noch Bildung:
Narzissmus, der Begriff kommt aus der griechischen Mythologie. Der Jüngling Narziss hat sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt. Nach seinem Tod hat er sich dann in eine schöne Blume, die Narzisse verwandelt.
Wieder wos glernt!

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