Ein Foto für den Olli

„Stell dir vor, da is einer im Hotel, der schaut aus wie der Bernd“, sagt der Gatte, an unserem ersten Abend im Hotel hier.
Einen Tag später kommt er völlig aufgelöst zu mir: „Stell dir vor, der Bernd, also der, der so aussieht wie der Bernd, ist ein berühmter Kicker!“
Es folgte eine lange Aufzählung von Vereinen und großartigen fussballerischen Leistungen, der ich zugegeben nicht mehr richtig folgen konnte. Bayern München, EM 1996, BVB, England, Mega Transfer, Defensivspieler…

„Na dann frag, ob er ein Selfie mit dir macht!“, sag ich.
„Nein, nein. Des is dei Metier!“
Metier – der Gatte erstaunt mich auch nach so langer Zeit immer wieder. Diesmal mit frankophiler Ausdrucksweise. Unterschätze nie den Gemeindebau, sag ich immer!

Später dann, als er neben mir am Strand liegt und angestrengt in die Sonne blinzelt:
„Wenn, dann tät ich es eh nur für den Olli machen. Weil der Olli is der ur Fan!“

In den folgenden Tagen sieht man sich natürlich in so einer Hotelanlage öfters. Der Gatte schaut immer ganz verliebt in die Fussballer Richtung. Und jedes Mal, wenn ich sage, jetzt frag halt bitte, dann sagt er:
„Nein, er isst grad, da stört man nicht“, oder
„Nein, er holt sich grad was zu essen, da stört man nicht“, oder
„Nein, er redet grad mit seiner Familie, da stört man nicht“.
Nachsatz immer: „sicher, der Olli tät si gfrein…“

Heute unser letztes Frühstück im Hotel. Wer steht hinter mir an der Kaffeemaschine an. Er! Ich renne raus, hole den Gatten: letzte Chance!!!! Jetzt oder nie!

„Und was hast gsagt?“, frag ich ihn als er zurückkommt.
„Na was man halt so sagt, wenn man sich vorstellt!“
„Und das wäre was?“
„Schönen guten Morgen, Herr Helmer. Dürfte ich sie vielleicht um ein Selfie bitten?“

Also in diesem Sinn, lieber Olli, hier dein Foto!

PS: Bernd, happy Birthday !