Ich bin jetzt bei der Post!

Als ich 10 Jahre alt war, bin ich immer super aufgeregt zum Briefkasten. Hätte ja ein Brief meiner besten Freundin aus Wien drinnen sein können. Mit 17 habe ich quasi vor dem Postkastl campiert, weil ein Brief von meinem ersten langjährigen Freund kommen hätte können. Auch aus Wien.

Da gabs noch kein Mail oder Whats App. Da gabs grade keine Vierteltelefone mehr, aber dafür welche mit Wählscheiben. Die man absperren konnte! (Super für verliebte Teenager!)

Das hat sich dann alles aufgehört mit der Post. Ich bin meinem Briefen hinterher nach Wien gezogen.
Und habe einen Wiener Postler geheiratet. Weil dann alle nur mehr emails geschrieben haben, ist er auch folgerichtig in die IT abgewandert.

Aktuell, bei dieser freiwilligen Hausbesetzung, habe ich gelernt wie ich Postetiketten selber ausdrucken kann. Beim Hofer steht so eine Box, da halte ich den Strichcode dran und es springt ein Kastl auf, wo ich mein Packerl reingeben kann. Ich fühl mich wie der Postamtsleiter und verschicke freudig Puzzles und Bücher an andere Isolierte.

Der schönste Moment ist allerdings, wenn es an der Tür läutet, und ein Packerl kommt. Schon allein der Zusteller ist eine erfreuliche Abwechslung.

Gerade kam eines aus Leipzig von der lieben Monika Osberghaus. Sie hat sich letztes Jahr Sonnenbrillen gekauft, die ihr dann doch nicht mehr so passten, aber sie hat befunden mir könnten sie passen und mir diese mit einem lieben Brief dazu geschickt.
Dabei kennen wir uns noch nicht mal persönlich, weil wir uns über diese „neuen Postwege“, das Internet, kennengelernt haben.
Am 11.3. wär es endlich soweit gewesen, aber da bin ich ja in St. Pölten wieder aus dem Zug nach Leipzig ausgestiegen…

Monika, vielen lieben Dank!!!!! Die Brille ist grossartig! Ich freue mich schon sehr, wenn wir wieder von Wien nach Leipzig und retour reisen können. Notfalls schummeln wir uns in den tschechischen Korridor ….

Danke !!!!