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Der Gatte und die Sterne

16 Jun

Der Gatte sitzt am liebsten am Esstisch auf der Bank und macht Sternderl. Auf der ganzen Welt macht er Sternderl. Jedes Hotel und jedes Restaurant über das er je was Gutes hört oder liest: Sternderl in sein Handy. Wogenauauchimmerhin.
Er ist ein wahres Planetarium!

Letztes Jahr im Herbst hat er auf einmal aufgeschrien mitten im Sternderl schauen: “ Schatzl, wir machen jetzt Crowdfunding!“

„Wos suach ma? Ich hab nix verloren!“
Ich bin zwar modern, aber irgendwann komm auch ich an meine Grenzen. Glutenfreier-Veggie-Soya-Latte wäre zb so eine natürliche Grenze.
„Das ist statt dem Sparbuch. Wir borgen dem Hotel Falkensteiner Geld und bekommen dafür jedes Jahr eine gratis Nacht und Vergünstigungen.“
Noch war der Groschen bei mir nicht gefallen.

„Wos moch ma???“
Und jetzt kommt der Moment wo der Gatte ganz genau weiß, mit welchen Keywords ich zu knacken bin:
„Wir bekommen eine Nacht gratis im Schloß am Wörthersee!“

Das war mein Stichwort! Mein Hirn hat sofort einen Kreis gebildet. Uschi Glas, Otto Retzer, Pierer Briece, Roy Black und ich haben uns an den Händen gehalten und gesungen: „ein Schloß am Wörthersee, am wunderschönen Wörthersee, wo alle Menschen Freunde sind, shalalaaaaa…“

Ja und das ist der Grund warum wir jetzt zwei Nächte in der Wörthersee High Society verbracht haben und nur eine bezahlen mussten! So leuchtet mir das Konzept Crowdfunding ein.

Und dem Gatten leuchten für die nächsten 10 Jahre auch viele Falkensteiner Sterne den Weg…

PS: Falls wer je Hotel oder Speisetipps benötigt, gerne anfragen!

Roy vernascht

15 Jun

Am Abend hätte ich fast Roy Black vernascht. Stand auf der Speisekarte. Irgendwas mit Haselnuss, Marille und Nougat. Das ist die höchste posthume Ehre in Österreich wenn man zur Süßspeisenlegende wird. Stichwort: Mozartkugeln, Kaiserschmarrn…

Da denkt man natürlich schon mal drüber nach, welche Süßigkeit man selber wäre? Bei mir wäre irgendwas mit Topfen naheliegend. Mein Spitzname in der Schulzeit war immer Topfnnega. Aber das geht natürlich nicht mehr.
Eierlikör mag ich auch. Und Marzipan. Und Heidelbeer-FruFru.
Also falls wer eine eine kreative Mehlspeis Idee hat?

Ich hab den Roy dann nicht gegessen, nur umarmt. Weil gleich gegenüber vom Schloß am Wörthersee haben sie eine Büste von ihm aufgestellt. Bronze oder so.
Bei mir dann halt bitte Kalkstein…

Meine Zukunft mit dem Paletten Peter..

14 Jun

Oft ist das wahre Leben nicht auf der Flanier Promenade, sondern in den Gassen dahinter.

So auch bei unserer Suche nach Souvenirs. Wo ma denn Kärntner Spezialitäten kaufen könne habe ich gefragt, die Prosecco Bar Chefin. Und sie hat dann nach hinten gefuchtelt und mich lieb angelächelt mit ihrer exakt gestochenen permament-Make-Up-Lippen Kontur in rose-beige. Da hinten sei der M-Preis. Da würde ich alles kriegen!

Und siehe da, drei Gassen nach hinten in die Fuchtel-Richtung war es tatsächlich da, das echte Einheimischen Leben. Zumindest deren Treffpunkt. Direkt am M-Preis Parkplatz in der „Cafe-Bar zum Paletten Peter“. Die hübschen Paletten Möbel im Schanigarten gut besucht mit einem Original Kärntner Damenkränzchen. Fesche graue Kurzhaarfrisuren, Prosecco am Tisch, ein Zigaretterl dazu und ein Schmäh auf den Lippen. Vor lauter Verzückung, dass ich am M-Preis Parkplatz in Velden auf meine eigene Zukunft gestossen bin, hab ich das gleich fotografieren müssen.

Woraufhin der Paletten-Peter höchstpersönlich auf mich zugestürmt ist. „Drinnen miassn’s fodograahfiaahn. Do is lei no vüh scheena mit die Paleeehdn!“
(Sie mögen wohl nicht so gern die harten Konsonanten in Kärnten)
Und als mich der Paletten-Peter begeistert ins Bar innere zieht, tuscht es draussen am Parkplatz ganz gewaltig.

„Schatzl, de san zsomgfoarn!“, ruft mich der Gatte nach draussen. Und tatsächlich wollten zwei Autos wohl gleichzeitig nach hinten ausparken und sind am Auto-Popsch zusammengefahren. Nix schlimmes. Nur Blechschaden. Jemand ruft schon nach der Polizei! Die kenn ma jetzt schon, denk ich mir.

„Mia homma ma nix gsääähn“, sagt eine aus der Damenrunde hinter mir zur Anderen.
„Na homma ma wiagli net. Nix homma gsehn.“, sagt die andere und hebt ihr Glas.

Das wahre Leben findet wirklich in den Gassen dahinter statt.
Und ich hab zwar kein Souvenir, aber dafür viele Gschichtln. (Deswegen kann ich euch in den nächsten Tagen noch mit Wörthersee Stories versorgen, auch wenn ich schon längst wieder daheim am Schreibtisch sitze.)

Original Kärntner Quetschbrüste.

12 Jun

Man will ja was mitheimbringen. Stichwort Souvenir. Im Hotel gäbe es diesbezüglich auch gut sortierte Shops, wenn man seine liebsten mit „Brüllern“ um ein paar Tausender überraschen möchte. Oder einem schicken Seeappartement um 3,7 Mio. „Eiro“. Die Vitrine bietet auch Designer Shirts feil, wenn man gern T-Shirts trägt wo ein Auto durch dicke Feuerflammen bricht. Oder Herrenturnschuhe mit Totenköpfen und Bling Bling. Why not.

Weil alles in der Lobby, bis auf den gratis Begrüßungsapfel, unser Budget übersteigt gehen wir in den Ort auf Souvenirsuche.

Der „Ort“ in Velden is eine herrliche Flanierpromenade. Eine Proseccobar an die andere gereiht. Gut besucht von braungebrannten Herrschaften schon zum Frühstück. Dazwischen kleine, feine Urlaubsboutiquen im Stil von Camp David meets Carmen und Robert Geissen. Nur dass wir keinen Glitzertotenkopf-allover-look für die Omi suchen, sondern ein bodenständiges Kärntner Souvenir. Einen Reindling vielleicht oder einen XL Bleistift mit Bezirkswappen drauf fürs Kind. Oder einen Plastikfernseher zum Durchklicken mit Fotos vom Lindwurm und der schönen Kirche von Maria Wörth. Souvenirs halt.

Sehr vielversprechend klingt daher das K. u. K. Souvenirgeschäft. Ich erwarte kaiserliche Geschenke. Gamsbärte und Sissi-Kämme…

Ich lag allerdings knapp daneben mit meiner Einschätzung, statt Kuckucksuhren und Wanderstöcken verkauft man dort lieber „Squeeze Boobs“, Antistressball-Brüste zum Quetschen!

Ich sehe auch in der österreichischen Tourismus Wirtschaft wäre durchaus noch Platz für neue Konzepte 😁

PS: Wie es dann weiterging und warum schon wieder die Polizei anrücken musste erzähl ich später….

Roy Black & Susie White

11 Jun

Roy Black and Susie White im Schloß am Wörtherseeeeeeee!!! (Ich hoffe das Foto wird auch in den mails angezeigt, sonst auf http://www.superklumpert.com)

Im hoteleigenen Beach Club hält man mich ob meiner dekorativen Körperbemalung eher für Part of the Team. Die Russen drucken mir ihre feuchten Badetücher in die Hand und übermitteln mir Getränkewünsche….

Endlich bekomme ich Unterstützung. Ein ebenso reichlich tätowiertes Pärchen bekommt die Liege neben uns zugeteilt.
Man glaubt ich bin blöd. Aber ich merke schon dass die hier eine Proll-Ecke bilden wollen mit uns. Egal. Vielleicht kann ich denen später eine Tschick abschnorren. Hat alles Vorteile.

Jetzt geh ich mal in den See.

PS:
Tschick abschnorren is doch nicht. Der Gatte zupft grad wie narrisch an mir während ich das schreibe. „Ogfiat hommsn! Hea auf zum Schreim!“

Häääää?

Und siehe da, tatsächlich. Die Liege daneben is jetzt leer, während zwei Uniformierte den jungen Mann aus dem noblen Beach Club begleiten….

😲

PPS: Teil 2: der Gatte hat mir grad geschildert wie der Einsatz abgelaufen ist:

Ein Meter hinter unserer Liege (!) die beiden Uniformierten. Das Personal eilt herbei und stellt fest, dass wer auch immer gesucht werden würde, hier im Etablissement des Schloßhotels nicht anzutreffen sein wird.

Darauf die „He“ (lt. Gatte): „Mia suachan niemand, do liegt er scho!!!“

Festival Feeling beim Narzissenfest!

4 Jun

Heute hat mein kleiner Bruder Geburtstag. Er ist 8 Jahre jünger und war als Kind der größte Billy Idol Fan aller Zeiten. Der heilige Gral seiner Kindheit war ein Billy Idol Porzellan Kopf, mit gelben Federn oben. 1991 war ich im Alpenstadion Kapfenberg bei einem Konzert der Sisters of Mercy. Dank der Beschallung, die regelmäßig aus dem Kinderzimmer meines Bruders kam, konnte ich auch bei der Vorgruppe jedes Lied mitsingen: Billy Idol. 1993 war ich mit ihm im Praterstadion. Mein Bruder war 11 Jahre alt und ist auf meinen Schultern gesessen um den Billy zu sehen. Musikalisch haben wir uns dann in andere Richtungen weiterentwickelt. Er war regelmäßiger Besucher bei lauten & dreckigen Punkrock Musikfestivals. Ich hingegen bin zum Genre Borderliner geworden und freu mich auch über ein gemütliches Sitzplatzerl bei der langen Schlagernacht in der Stadthalle. Das wildeste was ich dort mache ist, wenn ich mich beim fremden Nachbarn zum Schunkeln einhänge.
Zu seinem 36. Geburtstag hab ich meinem Bruder Karten für einen gemeinsamen Besuch bei einem Billy Idol Konzert geschenkt. Beim Nova Rock Festival.

Weil ich im Gegensatz zu ihm nicht besonders Festival erprobt bin, habe ich heute schon mal geübt, wie das so ist mit Open Air Massenveranstaltungen: beim Narzissen Fest im Ausseerland. Das Publikum meinen Schunkelfreunden nicht unähnlich. Zuerst gab es eine große Parade mit Blasmusik und herrlichen Narzissen Gebilden in Altaussee. 25.000 Besucher waren in dem kleinen Ort versammelt! Dann hat es geheißen, dass der zweite Teil, der Bootskorso, im Nachbarort in Bad Aussee stattfindet. Shuttle Busse würden die Teilnehmer bringen. Jetzt bitte stell dir mal Shuttle Busse vor die 25.000 Besucher bringen !!! Wir haben uns für den Fußweg, angeblich 50min, entschieden und uns in die ca. 10.000 Fußpilger eingereiht. Nur ohne Musik und ohne Vorbeter. Überhaupt gab es wenig Entertainment am Fußweg. Außer ein paar Wegesrand-Pinkler über die man sich aufregen konnte. Sonst keine Merchandising Standerl nix. Ich hätte gleich ein paar Ideen gehabt. Am Ende des Fußweges war dann doch eine geschäftstüchtige Familie, die hat aus einer Scheibtruhe heraus Getränke verkauft hat. Wegen der Pinkler Problematik wollte ich eigentlich nix trinken, aber es war dann doch zu heiß. Also doch einen Radler getrunken, den ich bald bereut habe…

In Bad Aussee hat sich dann die Fußpilger Gruppe mit der Shuttle Bus Gruppe getroffen und einen gemeinsamen Auflauf gebildet. Am See angekommen war es fast unmöglich ein schattiges Sitzplätzchen irgendwo zu finden. Am Rande von einem Tennisplatz, haben wir dann unter einem Strauch einen Platz auf einer Wiese gefunden. Gleich daneben war der Privatgrund von einem Hotel. Der Hausmeister von dem Hotel ist allein auf der Wiese gestanden und hat alle irrtümlich eingetroffenen Besucher lautstark mit „PRIVAAAAT GRUND“ begrüßt. Ab und zu sind immer wieder ein paar dehydrierte Menschengruppen durch die Hecke gewackelt (wie bei der Serie Walking Dead beim großen Beisser-Angriff….) und er hat dann wieder laut rufen müssen. Einmal sind drei zierliche Gestalten im Dirndl durch die Hecke, die Köpfe waren fest mit Trachtenwesten umhüllt. Haarscharf an der Grenze zum Vermummungsverbot. „I geh a net dahoam in eichan Goatn“ hat er ihnen zugerufen. Ich bin mir nicht sicher ob die drei Asiatinnen das verstanden haben…

Weil wir hinter dem Buschen zwar Schatten hatten, aber keine Sicht auf den See ziehen wir weiter. Vorbei an unendlich langen Dixie Klo Schlangen. Ich bereue den Radler jetzt sehr. Irgendwann verliere ich den Anschluss an meine kleine Reisegruppe. Dafür treffe ich am Parkplatz einen Indianer (?!). Der baut grad sein indianisches Verkaufsstanderl auf. Narzissen sehe ich in den dem Zusammenhang keine. Nur Miniatur Panflöten und bunte Traumfänger. Vor lauter Freude, dass gleich neben dem Indianer die Dixie Klo Schlange nur kurz ist, spende ich üppig in seinen Indianer Spenden Korb. Dafür macht er dann auch ein Selfie mit mir.

Im Dixie Klo, dass den ganzen Tag schon in der prallen Sonne gestanden ist, hat es in etwa die Temperatur von der Zirbensauna, in der wir am Vortag waren. Nur leider nicht den Geruch. Dafür setzt von draußen jetzt laute Panflöten Musik ein: Tornero. („Rivedo ancora il treno…..“)

Die Freunde haben inzwischen einen der letzten Quadratzentimeter auf einer Wiese mit Sicht auf den See ergattert. Ob pralle Sonne oder nicht spielt jetzt keine Rolle mehr. Die ersten Herren beginnen ihre Oberkörper freizumachen. Festival Feeling stellt sich ein.
Und jetzt geht es auch schon los! Die ersten Boote mit den wundervollen Narzissen Exponaten sind auf Kurs in unsere Richtung. Ich sehe ein Boot, dass ein „Smiley“ aus Narzissen hinter sich herzieht. Darunter steht „Schee dass do sads!“.

Von rechts setzt jetzt auch die Blaskapelle mit ihrem musikalischen Rahmenprogramm ein. Von hinten spielt die Panflöte, dank Verstärker gut hörbar „Halleluja“. („Well I´ve heard there was a secret chord, that David played and it pleased the Lord. But you don´t really care for music, do you?“)

Ich summe leise Halleluja mit und fühle mich jetzt wirklich gut vorbereitet für das Nova Rock Festival…

Happy Birthday & Rebel Yell !!!

Narzisten-Königin

1 Jun

Wir sind über das verlängerte Wochenende im Hotel „die Wasnerin“ im schönen Ausseerland, wo dieses Wochenende auch das weltberühmte Narzissenfest stattfindet. Bei dem Wort hab ich unweigerlich an eine bestimmte männliche Freundin denken müssen, und ob die vielleicht Narzisten-Königin ist. Aber man soll ja keine so bösen Gedanken haben, also habe ich mich heute früh beim Hotel-Morgen-Yoga wieder in meine innere Mitte zurückgeschaukelt. Mit viel Ohm und Tschaka.

Bei der Position vom herabschauenden (oder fallenden??) Hund hat der liebe Gott meine bösen Gedanken allerdings eh gleich bestraft. Wie ich da so verrenkt stehe, Hände am Boden, Hintern steil nach oben und mit dem Boden ein seltsames Dreieck bilde, legt der eingezogene Kopf den Blick auf meine Oberschenkel frei. Von unten!!
Schlagartig war mir klar, warum die Position möglicherweise herabfallender Hund heißt!
Und da waren sie auch schon die narzistischen Gedanken: „Hilfe! Was kann man da tun? Nur mehr wadenlanges tragen bitte! Doch Sport machen?? Oder Wabi.hu?….“

Der Gatte neben mir hat davon unbetroffen weiter in seine Mitte hinein- und hinausgeatmet. Das hat ihn so sehr entspannt, dass er später, als ich ihm mein dramatisches Leid geklagt habe, nur schulterzuckend geantwortet hat: „Ich mag deine Milchsprudler, so wie sie sind!“.

Später beim Frühstück, hab ich mich dann versucht mit einem Griesbrei vom Buffet zu trösten. Aber der Trost war nur ein kurzer, weil der Griesbrei hat irgendwie nicht so getan und geschmeckt wie er sollte. Bis ich draufgekommen bin warum: der war mit Soya Milch zubereitet! Bitte schön, ein Griesbrei hat mit einer dicken Schicht Rahm daherzukommen, der nur mit Milch möglich ist. Vollmilch! Maximal Benko darf oben noch drauf! Von draussen hat man beim Frühstück noch das Glockenläuten der glücklichen Milchkü

he gehört, die Tageszeitung hat sogar mit dem heutigen Welttag der Milch getitelt, und ich sitz da mit einem gentrifizierten Griesbrei. Und Milchsprudlern unterm Tisch…

Wenn schon nicht Narzissen-Königin, vielleicht sollte ich die Schutzpatronin der Milchkühe werden…

PS: Zum Abschluss noch Bildung:
Narzissmus, der Begriff kommt aus der griechischen Mythologie. Der Jüngling Narziss hat sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt. Nach seinem Tod hat er sich dann in eine schöne Blume, die Narzisse verwandelt.
Wieder wos glernt!