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Die Hysterische.

20 Apr

Rolltreppe abwärts am Stephansplatz. Noch 3 Minuten bis die U3 Richtung Ottakring kommt.

Auf der linken Rolltreppenspur geht eine Omi vor mir. Zugegeben langsam, aber egal. Sie geht und es steht ja nirgends wie schnell man auf der Rolltreppen-Geh-Spur zu gehen hat.

Kommt so eine handytelefonierende Keifn von hinten. Zuerst hör ich schon ihr gehetztes telefonieren, dann spür ich auch schon ihre Handtasche drängend in meinem Nierenbereich.

Ich wäge mögliche Gegenreaktionen ab, aber zwei verletzte Sprunggelenke schliessen vieles leider aus.

„Geht das da vorne nicht schneller???“, keppelt sie. Die Omi bemüht sich eh sichtlich und kommt dabei fast ins schwitzen.

Als sie mich dann auch noch rechts überholen will seh ich die Omi in Gefahr. Ich blockiere durch einen unmittelbaren Rechtsdrall jetzt sowohl die rechte als auch die linke Spur. Rückendeckung für die Omi!

„Geh bitte“, schnauft mich die Funsn an. Ich lächle freundlich zurück.

Unten warten wir dann alle drei, die verbleibenden 2 Minuten auf die U-Bahn. Die Omi. Die Hysterische. Und ich.

Es sind die kleinen Siege im Leben.

Mittel-Alter 

8 Apr

So ein Mittelalterfest is auch ein clash of cultures allererster Sahne! Da treffen zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen aufeinander. Auf der einen Seite die städtischen Jungfamilien, die mit ihren Bugaboo Kinderwägen „was voll nettes“ am Wochenende erleben wollen. Auf der anderen Seite die echten Mittelalter Fans. Das is auch wieder so eine eigene Fetisch Partie. 

Wie ich beim Getränke Standl anstehe, um mir das Bobo-Nationalgetränk (Café Latte. Sehr mittelalterlich) zu bestellen, steht vor mir ein Mann gehüllt in ein langes schwarzes Leinenkleid und ein Fell um die Schultern. (Ja sicher, der Winter kann jederzeit heimtückisch wieder zurückkommen, da macht ein Fell durchaus Sinn) 

Das ganze Ensemble wird von einem Ledergürtel zusammengehalten an dem so ein Horn Trichter hängt. Der Trichter hat Ähnlichkeit mit der Menstruationstasse, die sie im Homeshopping Kanal letztens angepriesen haben. Als er an die Reihe kommt bestellt er mit den Worten? „Du holde Maid mir ward als dürste mir nach Kaffee!“ 

Als die städtische Mutti (ich) drankommt fällt ihr leider auf gach nicht so ein flotter Spruch ein. Und vor lauter Spruch nachdenken verzählt sie sich auch noch beim Trinkgeld und gibt viel zu viel. Auf einmal schreit die holde Maid hinter der Budl laut auf „Trinkgeld!!“ Die gesamte Küchenbelegschaft unterbricht daraufhin die jeweilige Tätigkeit und schreit im Chor auf: „Freude!!“ 

Später trinken wir Met Bier und teilen uns den Tisch mit einem Mittelalterfan, der optisch auch der Bandenchef der Hells Angels sein könnte. Nur das er dann wohl kein Filzkapperl tragen würde. 

Bei den Mittelalter Merchandising Standln können sich die Kinder der pazifistischen Bobo Eltern dann mit holzgeschnitzten Schwertern eindecken oder sich mit Pfeil und Bogen abschießen. Ich verzichte auf den Kauf einer Menstruationstasse, weil das in Wahrheit ein mobiles Trinkgefäss ist. Offenbar haben die auch schon im Mittelalter ihren Kaffee vor sich hergetragen. Ich stelle mir vor wie ich in Wien Neubau in irgendeiner Hipster-Start-Up-Vegan-Cafeteria den Horn Trichter über die Budl reiche und die holde Maid um Befüllung bitte… Najo. 

Ich beschließe, dass das einzige was mich mit dem Mittelalter verbindet mein eigenes Mittel-Alter ist. 

In diesem Sinne, happy Sonntag Abend!!

Rosa Retro 

28 Mrz

Die Aida in der Rotenturmstrasse ist weg!!!! Und dort wo die Aida in der Rotenturmstrasse war, ist jetzt eine „juice Factory“. 


Auf der Scheibe picken jetzt lebenserklärende Sprüche. „All made with LOVE“ steht da.

Gleich neben den „LOVE“ Buchstaben drück ich meine Nase ans Schaufenster und schau rein. Aber da is weit und breit keine Liebe zu sehen. Es sind auch weit und breit mehr keine zuckerlrosa Söckchen zu sehen und auch keine rosa Tellerröcke. Und auch die roten Ledersitzbänke sind verschwunden. 

Beim Eingang steht „I think my Soulmate might be coffee“. Ich muss daran denken wie ich das meinem Opa erklären und übersetzen würde. Was die da in Wien vor die Gasthäuser schreiben. Und dann fühl ich mich auf einmal so alt, als wäre ich mit dem Opa damals schon staunend im Gasthaus gesessen, als der erste Fernsehapparat im Dorf aufgestellt wurde.

Aber man darf vielleicht eh nicht zu sehr den alten Sachen nachtrauern, zuviel Rosa Retro ist eventuell auch nicht gut. Man muss mit der Zeit gehen und offen sein für neues! 

Als ich ums Eck biege und weitergehe steht auf der anderen Scheibe: 

„Voller Saft Voraus! Kreischten die Früchte und sprangen in die Presse“ 

Habt einen schönen Tag 😃

Business Mantra of the Day

20 Mrz

Ich packe im Café Korb meinen Laptop zusammen und wutzel mich wieder in Wintermantel und Haube.Als ich mir die Kopfhörer unter die Haube reinstecke (weil Handylautsprecher nach Schokoladen-Schmelzangriff immer noch hin), klopft mir der Kellner auf die Schulter:

„An scheen Tog wünsch i iana!!!“

Ich freue mich und erwidere den Wunsch: „Danke! Ich wünsche Ihnen auch einen sehr schönen Tag!“

„Danke gnä Frau, a frommer Wunsch! Owa mia müssen uns lieber wünschen: nette Leute – fette Beute!“ 

Falls wer ein neues Mission/Vision oder sonstiges Business Mantra braucht …. 

Nette Leute – Fette Beute !!!

Legalize! 

14 Mrz

Ich erzähle dem Arzt meines Vertrauens, dass ich jetzt mit Linedance angefangen habe. Und erwarte reichlich Lob, weil ich ja was für Körper und Geist tue. 

Der Arzt klatscht in die Hände und ruft fröhlich aus: „Ja toll! Tanzen für Autisten!“

?!???!!

Während ich noch überlege, ob das jetzt eine Diagnose ist, und ob ich jetzt Rainman bin und was denn meine Spezialkompetenz sein könnte (Erbsensuppe kochen?), fährt er begeistert fort: 

„Ich hab mal so eine Line Dance Aufführung auf dem Donauinselfest gesehen. Das war großartig! Alle in Kostümen, Cowboy Hut und Stiefel. Aber das wirklich faszinierende daran war, als ich mir die Leute genauer angeschaut hatte. Da hatte jeder einzelne so einen glückseligen Ausdruck im Gesicht, als wären sie alle auf harten Drogen.“ 

Na dann. 

#legalizelinedance

Where did you come from – where did you go??

9 Mrz

Auf der Suche nach sportlicher Bewegung, die mir auch Spaß macht, habe ich ja schon einiges durchlebt. Aerobic in den 80ern, Happy Orange in den 90ern, später Zumba , dazwischen ein paar experimentellere Disziplinen wie „Bollywood Dance“, „sweat your life – der 5 Elemente Tanz“ oder „Strip n Dance mit Carmen Electra“….

Nie hab ich was gefunden was mir dauerhaft gefallen hat. (Bin schon froh, dass mir das wenigstens beim Ehegatten gelungen ist!) 

Seit meiner Übungsstunde am Schiff denke ich Linedance könnte was für mich sein. 

Meine erste Internet Recherche hat mir zahlreiche Clubs und Vereine ausgeworfen, wo man sich diesbezüglich anschließen könnte. Die „Happy Feet Line Dancers“ zum Beispiel, oder die „Smocking Socks“. Gut gefallen, rein vom Namen her, hätten mir auch die „Energy Line Dancers Kaprun“, allein wegen dem kraft(Werk)vollen Wortspiel. Interessant war, dass alle Linedance Gruppen ausschließlich englische Namen haben, außer einem: die „Schwechater Hopfenperlen“. Das wäre rein vom Namen mein Favorit gewesen! 

Weil mir Schwechat aber zu weit weg ist und ich mir eine Profi Gruppe noch nicht zutraue, habe ich mir für meine ersten Versuche lieber eine Wiener Tanzschule gesucht. Nicht irgendeine! Sondern eine private Tanz Lehranstalt für Gesellschaftstanz und Anstandslehre. Es ist davon auszugehen, dass sich die dortige Lehre von der Tanzpädagogik auf meiner Carmen Electra DVD deutlich unterscheiden wird…. 


Auf jeden Fall habe ich gerade meine erste Anfänger Stunde im Kreis von ganz lieben Damen absolviert. Es macht dir auch das Hirn gut frei, weil man – also ich – muss sich so auf die Schritte konzentrieren, dass dich jeder Gedankenabschweifer sofort aus dem Konzept haut. Einmal kurz überlegen wo du nachher deinen Kaffee trinkst und sie tanzen den Cotton Eye Joe schon ohne dich weiter. Oder sie kommen dir plötzlich alle entgegen, weil sie die Spur gewechselt haben. Und du nicht.

Auch beim Mitsingen muss ich mich zurückhalten, was mir innerlich besonders schwer fällt. Besser ist es die Schritte zu zählen anstatt „where did you come from – where did you go? where did you come from Cotton Eye Joe!?“ zu singen. Weil spätestens bei „where did you go“ war ich raus aus der Choreo und konnte mir die Frage gleich selber stellen… 

Ich glaube aber es könnte durchaus was für mich sein, also mach ich nächste Woche weiter mit dem Anfänger Aufbaukurs. 

Und wenn ich dann irrsinnig super drin bin, kann ich mich ja immer noch den Hopfenperlen anschließen …

Hast du auch Fäääns?

26 Feb

Heute beim Spielzeug zusammen räumen.
„So das Klumpert kommt jetzt weg!“

„Mama, Klumpert sagt man nicht!“ 

„Doch, ich darf das. Ich hab sogar einen Blog der so heißt.“

„Aha – und hast du auch Fääääns?“ 

„Ja klar!“ 

„Aha – und fotografieren die dich auf der Straße wenn sie dich sehen??“ 

Mutti denkt nach….

„Eher nur wenn sie eine Uniform und eine Radarpistole tragen….“