Wer folgt?

31 Mrz

Heute liege ich nicht in der Sonne und hole die Matura nach, sondern ich mache den „Blogger Werkmeister“ und bin auf der Blog.laut, einer super spannenden Blogger Konferenz.

Weil ich will ja den Anschluss nicht verpassen und habe mir vorgenommen meinen Superklumpert Blog a bissl zu modernisieren und natürlich freu ich mich auch über viele Leser und Reichweite…

Vor 2 Jahren hab ich mir von meinen Studenten auf der FH Instagram erklären lassen. Jo und da wurschtel ich halt jetzt so herum und das ist dort wie bei der Diät, nur umgekehrt. Einen Tag hab ich 5 Follower mehr, am nächsten Tag sind alle wieder weg.

Deswegen hab ich grad sehr aufmerksam zugehört, bei dem Insta Vortrag.
„Facebook ist eigentlich tod“, hat es dort geheißen. Zur Hilfe! Wie komm ich dann zu meinen Lesern? Sterbe ich aus?

Schöne und vor allem einheitliche Bildwelten braucht es auf Insta, heißt es auch. Da hab ich ja die schlaue Idee gehabt, meine Geschichten-Headlines direkt auf die Bilder zu kleschen.
Das wiederum ist „voll outdated“ erfahre ich….
Ich muss den Begriff erst googeln. 😦

Ich fühl mich, wie meine Schwiegermutter damals. Als sie ihr erstes Handy bekommen hat. Eh kein Wischhandy, sondern eines mit großen Tasten für Pensionisten. Das hat sie täglich in ein Plastik Sackerl eingewickelt und mit Gummi-Ringerl fest umschlossen.

Aber ich bin willig zu lernen und freue mich, dass es solche Veranstaltungen gibt 🙂

PS: in der früh hab ich schon gelernt wie man Podcast macht! In Zukunft kann ich euch meine Geschichten auch zum Anhören anbieten. Da könnts dann auch in der Sonne liegen und mir beim Bledsinn reden zuhören…

PPS: susanne_superklumpert ist mein Insta Name ! Falls wer „followen“ will 😉

Der Bandenführer im Aldi

24 Mrz

Neben meinem Hotel in Leipzig war ein Seniorenheim, ein aufgelassenes Fussballstadion, ein grosser Friedhof, ein Dänisches Bettenlager und ein Aldi. Sonst war da nicht viel mehr. Zwei Strassenbahnstation weiter endet die Linie.
„Ruhige Lage“ würde ein Makler sagen.

Gestern früh hab ich mir beim Aldi was zu trinken gekauft. Die Schlange an der Kassa war recht lang. Vor mir stand ein kleiner, dicker Mann mit Glatze. Schätze Ende 60.
Er hatte eine schwarze Bomberjacke an und eine fette Panzerkette um den Hals. In der Grube zwischen Daumen und Zeigefinger hatte er ein Häfn-Tattoo. Motiv unklar und zerstochen. Vielleicht war der mal Bandenführer, irgendwas Rechtes vermutlich. Ich muss an den Taxifahrer von vorgestern denken. Bei den nächsten Wahlen würde es schebbern, hat er gesagt. Weil „der Sachse hälts Maul nicht“.

Ganz vorne an der Aldi Kassa gibt es eine Verzögerung. Ein älterer Herr, schätze Syrer oder Afghane, kramt nervös in allen seinen Taschen. „21 Cent fehlen noch“, sagt die Kassierin. Dem Herrn ist das sichtlich sehr peinlich und er beginnt seine Einkaufstasche wieder auszuräumen. Er legt ein Brot zur Kassa zurück.

Der vermeintliche Bandenführer vor mir wird darauf aufmerksam. Er drängt sich nach vor. Vorbei an zwei Einkaufswagerl von wartenden Seniorinnen.
Alle schauen neugierig hin was jetzt passiert.
Der Mann greift in seine Bomberjacke und gibt der Kassierin 21 Cent. Die zwei Männer lächeln sich schüchtern dabei an.

Grosse Geschichten finden oft im kleinen Abseits statt.

Frühstück mit Ralph Hasenhüttl

24 Mrz

Heute geh ich in ein Leipziger Kaffeehaus frühstücken, am Nebentisch sitzt ein Pärchen. Meine geschulten Steiermark Ohren orten gleich die Herkunft der Beiden.

„Gell, ihr seits auch Steirer?“ hab ich freundlich rübergefragt und dabei geklungen wie mein eigener Opa. Der war einmal in Wien und hat dann alle Polizisten am Karlsplatz gefragt, ob sie auch Steirer sind, weil er mal gehört hat, dass soviele nach Wien zur Polizei pendeln.
Also hab ich ein Grazer Buchhändler Ehepaar neben mir vermutet, weil ich wiederum mal gehört habe, dass zur Messezeit viele aus der Buchbranche nach Leipzig pendeln.
Sehr schön angezogen waren sie, also vielleicht eine schöne Buchhandlung in der Grazer Innenstadt.
Wir kommen in ein nettes Gespräch über die Steiermark und plötzlich steht ein ca. 10jähriger Bub vor dem Buchhändler am Tisch. Ob er ein gemeinsames Selfie machen dürfe.
Ich frag mich, ob vielleicht doch ein berühmter Autor neben mir sitzt. Aber beim besten Willen fällt mir kein berühmter Grazer Starautor ein, der in Leipzig von 10jährigen Jungs fotografiert wird. Ein Youtuber vielleicht? Oder Rapper?
Ich halts dann natürlich nicht aus, vor lauter Neugierde.

„Wow“, sag ich, „sie haben Fans! Voll fame! Sind sie irgendwie berühmt hier?“
Die Antwort ist so bescheiden und zurückhaltend, dass meine derrischen Ohren sie fast nicht verstehen.
„Ich war hier Fussballtrainer!“
Ich erzähle wie ich heute ums alte Stadion vom 1. LOK Leipzig gejoggt bin und frage bei welchem Verein er denn gewesen sei.
„Red Bull Leipzig“

Sofort fällt mir der Spruch vom Taxler wieder ein. „Ah beim Rosn Ballett. RB wie Rosn Ballett Leipzig!“, bricht es peinlicherweise aus mir raus. Und um schnell davon abzulenken frag ich auch noch „und wie heißen sie?“
Das ist natürlich auch eine ganz grossartige Frage, an den erfolgreichsten, österreichischen Fussballtrainer!!!

„Ralph Hasenhüttl“, stellt er sich vor.
Und dann schießen wieder ein paar Fußball Erinnerungsfetzen aus meinem Gehirn raus.

„Ah!! Das sagt mir was! Haben sie nicht in den 90ern mit Otto Konrad bei der Austria Salzburg gespielt?“.
Da hatte ich nämliche eine diesbezügliche Diskussion mit dem Gatten kürzlich. Er hat mir das nicht geglaubt.

Aber es gab ein kurzes Fussballzeitfenster Anfang der 90er Jahre. Da hab ich kurz Fußballwissen aufgenommen und seit dem ist da nix mehr dazu gekommen. Also bei meiner Wissens Entwicklung.

Ich erzähle dem berühmten Fußballtrainer und seiner super sympathischen Frau, wie wir früher daheim ein GAK Pickerl am VW Käfer hatten. Er hat als Spieler auch beim GAK gespielt. Und wie meine Mama immer die GAK Fahne auf der Wäscheleine aufgehängt hat, in Richtung der Nachbarn, weil die alle Sturm Fans waren.

Später hab ich dann das machen dürfen, was ich am liebsten tue, Lesetipps verteilen.
Und weil mein Tisch gebraucht wurde, saß ich dann den Rest vom Frühstück nett plaudernd beim Ehepaar Hasenhüttl am Tisch.
Super sympathisches, freundliches und nettes Paar!

Später als sie dann weg waren, kam ein älterer Herr vom Nachbartisch zu mir.
„Entschuldigen sie“, hat er gesagt, „war das eben der Trainer von Red Bull Leipzig bei ihnen am Tisch?“
„Ja genau“, sage ich wissend, „aber er trainiert jetzt eine Mannschaft in der englischen Premier League.“
„Grossartiger Mann!“, sagt der Herr. Ich nickte zustimmend und hätte am liebsten stolz gesagt: „ja gell! Und auch ein Steirer!!!“

PS:
Ich hab mich (ausnahmsweise mal) nicht um ein Selfie fragen getraut, aber eine Autogramkarte habe ich bekommen!

In den Fängen der sächsischen Taxibande.

21 Mrz

D’muddi isch gut in Leipzig angekommen. Trotz Miniatur Flieger. Der Flughafen ist auch recht überschaubar. Die drei Stufen runter aus dem Flugzeug und da bist.

Der freundliche Taxler vom Flughafen ins Hotel wollte auch gleich für gute Stimmung sorgen: „Schaunse mol de schöne Mond hoidde“. Hab erst bei der dritten Wiederholung alles verstanden. Ich liebe den Dialekt hier.
Klingt alles so wie bei der Maschendrahtzaun-Frau vom Stefan Raab damals oder beim Sachsen Paule. Und hier endet auch bereits mein Wissen über Sachsen und seine Berühmtheiten. Beschämend.

Mit der Liebe zum Dialekt war es aber gleich auch wieder vorbei, als ich links vom schönen blutroten Mond die hellroten Zahlen am Taxometer gesehen habe! 20 Euro (!!!) und wir haben gefühlt das Flughafengelände noch kaum verlassen !!!!! Im Sekundentempo kamen weitere 10 Cent dazu. Sprich: alle 6 Sekunden 1 Euro !!!!! Zur Hilfe! Ich bin einer sächsischen Taxibande aufgesessen!

Als Jugendliche bin ich in Budapest bei einer roten Ampel mal wegen sowas rausgesprungen aus den Taxi. Bin weggelaufen und habe Schutz und Zuflucht im nächsten Lokal gesucht. Das waren die einzigen 5 Minuten meines Lebens in einem ungarischen Bordell…

Flucht war allerdings auf der Leipziger Stadtautobahn nicht zwingend die erste Option. Beim Taxometerstand von 39 Euro habe ich vorsichtig angefragt, wie weit es noch sei. Man will ja nicht als Superschnorrer gelten. Weil ich so aufgeregt hin und hergerutscht bin, um den Taxometerstand im Blick zu behalten, hat er eh geglaubt ich muss aufs Klo.
„Do äuf da reschdn Seide isses gleisch“.

Ob das alles so teuer hier sei wollte ich dann wissen. „Leipzisch isch das Münschen des Osdens“, hat er mir dann erklärt gefolgt von einer sehr interessanten Touristen-Blitz-Info.
200.000 Mönschen seien abgehauen nach der Wende. In Westen rüber. Wie immer fällt mir in unpassenden Momenten, unpassende Musik ein. Ich summe das Lied von Stefan Raab „Maschndrodzaun in the morning… maschndrodzaun late at night…“

Seine Dande und der Ongl sind auch abgehaun. Samt dem Hund von da Dande. Und jetzt komm se alle wieder zurück. Und darum wird alles immer teurer im München des Ostens. Nur die Dande und der Ongl, die sind in Freiburg geblieben. Der Hund ist gestorben.

Fußball Fan sei er, der Taxler. Von Leipzig. Ich heuchle Fussball Wissen und rufe laut von der Ersatzbank hinten „Red Bull Leipzig! Kenn isch! Gehört quasi uns!“
Fan-Elastizität nennt man das. Wenn man plötzlich zum Salzburg Auskenner wird.
„Wissn se wos des heißd bei uns, des RB Leipzisch?“, fragt er mich.
Nö.
„Rasn Ballet Leipzisch! Hahaaaaa“.

Bei dem flottn Spruch erreicht das Taxometer 52 Euro. Ich kann nimma lachen.

Das erste was ich mit meinem Wlan Code im Hotelzimmer mache, ist mir die App der Leipziger Verkehrsbetriebe downloaden….

Aber dafür bekommt man beim Taxifahren die besten Geschichten serviert. Is ja auch was. Mal schauen ob die Buchmesse da morgen mithalten kann…

❤ München des Ostens.

Oma zuckt in U3 aus!

14 Mrz

Schon wieder ein Wickel mit einer Omi! Also irgendwie zieh ich die Eskalation an.
Pass auf, was heute früh in der U3 passiert ist:

Ich bin am Weg zu einem Kundenmeeting und kauf mir um Punkt 09:30 einen Kaffee Latte bei der Hütteldorferstrasse. Ich mach ja grad dieses lustige Intervall Fasten, wo man immer 16 Stunden Essenspause macht. Dh ich freu mich seit 15 Stunde (exkl 6 Stunden Schlaf) auf diesen einen Kaffee.

Also sitz ich dann glücklich mit meinem Milchkaffee in der U3 und geh im Kopf noch meine Begrüßungsansprache für das Meeting durch. „Ich wünsche einen wunderschönen guten Morgen“… „tolles Team, vielen Dank an euch alle“… sowas auf die Art. Ich liebe Reden 🙂
Die Leute rundherum lesen alle eifrig irgendwas in ihren Handies.

Mein kurzes Glück wird jäh unterbrochen. Vis a vis sitzt eine beige Omi. Tippe auf Grinzing oder Döbling. Beiger Mantel. Beige Hose. Beige Schuhe. Tasche auch. Eigentlich gut passend zu meinem beigen Milchkaffee.

Irgendwas bedrückt sie, sie wetzt unruhig auf ihrem Sitzplatz hin und her. Ihr Blick wandert zur UBahn Tür, dann wieder zu mir und wieder retour. Untermalt wird das ganze von einem Kopfschütteln.
Ich schau natürlich ob ich irgendwie helfen kann, als sie mich hysterisch ankeift:

„Sagen sie, können sie nicht lesen?“
Ich? Meint sie mich? Offenbar!

Lächerlich! Ich lese 60 Bücher im Jahr.
Wie zum Beweiss will ich ihr das neue Doris Knecht Buch hinhalten, dass ich in der Tasche mitführe.

„Sie können hier ihren Kaffee nicht trinken!“

Oha! Ich hab gleich ein schlechtes Gewissen und entschuldige mich. Gilt das Essverbot auch für Kaffee? Ich schaue hilfesuchend um mich. Ich weiss es wirklich nicht.
„Haben sie keine Medien konsumiert in letzter Zeit? Lesen Sie keine Tageszeitungen“, legt sie nach.
„Man hat extra alle Fahrgäste befragt, mich zwar nicht, aber trotzdem das Ergebnis zählt. Da hinten steht es, lesen Sie ruhig nach!“

Die Studentin neben mir schaut jetzt auch von ihren Handy auf und will mir helfen. Sie glaube, das gelte nur für Alkohol oder Dosengetränken. Auch von der Nebenbank kommt Unterstützung. Dort sitzt ein junger Typ mit einer dicken schwarzen Wollhaube mit aufgedruckten Hanfblättern. Im Bügel seiner Sonnenbrille steckt irgendwas Selbstgedrehtes.
„Ja sicher“, sagt er langsam. „Gilt nur für Alkohol, alles andre ist erlaubt, also chill mal!“

Inzwischen schaut der ganze Wagon nicht mehr aufs Handy. Alle zu uns.

„Und wenn es ruckelt! Dann hab ich den ganzen Kaffee auf meinem Kaschmirmantel! Jetzt rollt der ganze Wagon mit den Augen. Farblich denk ich, wärs eh wurscht.
Aber ich drücke trotzdem meinen Becher schuldvoll und schützend an mich.

Wir erreichen die Station Stephansplatz.
„Gute Nachricht gnä Frau“, sage ich freundlich, „die Gefahr steigt aus. Ich wünsche Ihnen noch einen wunderschönen Tag!“

Zur Studentin, zur Hanfhaube und zum restlichen Wagon sag ich innerlich „tolles Team! Vielen Dank an euch alle!“

Najo, wenigsten die Rede sitzt ….

PS: bitte kann mir jetzt wer sagen, ob man in der Ubahn noch Kaffee trinken darf oder nicht ???

Die debütiert gleich…

9 Mrz

Bäckerei im Einkaufszentrum.

Eine junge Verkäuferin ist allein hinter der Budl. Vor mir wartet ein Mann, auf der anderen Seite wartet eine ältere Dame. Die Dame ist feierlich geschminkt und fürstlich mit allerlei Gold behängt.

Vielleicht geht sie noch auf einen Empfang oder eine Gala. Wer weiss. Einkaufszentren lassen sich inzwischen auch immer mehr einfallen. Oder sie debütiert auf einem Ball. Nix is auszuschließen heutzutage.

Die Verkäuferin bemüht sich alles möglichst schnell zu machen. Trotzdem ist der Dame die Warterei offenbar schon zu lang. Sie ruft hysterisch genervt über die ausgestellten Mohnkipferl hinweg: „Sind sie allooiiiine?????“
Das „alleine“ betont sie so deppat, als wär sie beim Vorsprechen im Reinhardt Seminar.

Am liebsten würde ich über die vor mir ausgestellten Zimtschnecken hinweg rufen: „wonach siehts denn aus, gnä Frau?“ oder ich hätte ihr auch ein paar Optiker nahe legen können, die sich hier im EKZ befinden.
Irgendwas mit „Tschuck auf Guck“ schiesst auch kurz durch mein Sprachzentrum. Aber da war ich mir bei der Bedeutung nimma zweifelsfrei sicher. Also lieber nur denken.

Die Verkäuferin bleibt extrem freundlich. Bedient trotzdem den Herrn fertig, der vor mir war. Die behängte Dame hat sich aber nicht abhängen lassen wollen.
„Sie, Froiiilein, ich brauche einen Kuchen aber bittscheen am Tablett. Net afoch so im Sackl. Am Taaaablett, hom’s ghört?“

Ich muss mich innerlich sehr zsamreissen. Aber man darf alte Damen nicht blöd anreden oder?

Auf jeden Fall kommt dann der zweite Verkäufer von der Pause zurück und will mich bedienen. Ich sag dann zu ihm sehr freundlich aber auch sehr laut: „Nehmens gern zuerst die Dame da drüben, die hat es viel eiliger als ich, die debütiert gleich.“

Ham die beiden zwar nicht verstanden, wurscht, aber mir war leichter und die Verkäuferin hat mir auch ganz kurz zugezwinkert….

Eskalation bei der Post

2 Mrz

Ich warte vorgestern früh an der Schlange vor dem Postschalter. Einen Brief soll ich abholen. Vom Absender „PK 1160“. Als treuer Fan und Zuseher der Serie „Wachzimmer Ottakring“ erkenne ich natürlich sofort wer sich hinter dieser Abkürzung verbirgt. Polizeikommissariat 1160 Wien, Ottakring. Leider ist nicht davon auszugehen, dass die mir eingeschrieben eine Autogrammkarte vom Abteilungsinspektor Christian schicken. Aber gut, schauen wir mal.

Nix geht weiter bei der Schlange. Der Mann hinterm Schalter steht gebeugt über seinen Computer und muss sich offenbar sehr ärgern.
„Jetzt tuad ER scho wieda net weita! I zuck aus!“
Er drischt ein paar Mal auf die Tastatur. Seine gelbe Krawatte mit den aufgedruckten Poststempeln wackelt dabei schon wild hin und her“.
„Er druckt net! Der Deppate druckt net!“

Vor ihm am Schalter wartet eine sympathische Omi. Sie mischt sich besänftigend ein:
„Tuans iana net ärgern. Schauns mi au. Dann homs wos zum lochn!“

Die Warteschlange ist inzwischen auf 5 Personen angewachsen. Alle lachen jetzt. Nur er nicht. Er klopft weiter alle verfügbaren Geräte ab.
„Klump! So ein Klump!“
Ich bin schon versucht mich einzumischen und zu sagen: „Superklumpert.com, das wäre ein Klump zum Lachen. Wollen sie vielleicht meinen Blog abonnieren?“
Aber ich lass es lieber. Die gelbe Krawatte jetzt lieber nicht reizen. Immerhin brauche ich noch meine eingeschriebene Autogrammkarte.

Nach 10 Minuten ist das Drucker Problem gelöst und ich bekomme meinen Brief ausgehändigt.
Man lädt mich ein!
Einen ganzen Tag und 22 Minuten darf ich bei der Polizei verbringen…
…. nur dass die das nicht Einladung sondern „Ersatzfreiheitsstrafe“ nennen…
Alternativ könnte ich auch 110 Euro zahlen. Aber ich will eh lieber live zu den Stars vom Wachzimmer Ottakring.

Am Ende sind wir alle wieder happy. Der Postbeamte hinterm Schalter hat sein Lächeln und auch seine gelbe Krawatte hat wieder ihre Mitte gefunden. Die Omi winkt mir auch aufmunternd und fröhlich zu als sie an mir und dem blauen Brief vorbeigeht. Und ich bin hoffentlich bald auf Sendung. Oder a net. 😉