Besser wären Lüftungsschlitze

13 Jul

Wir sind ja noch auf der vom Gatten geplanten der Mottoreise „auf den Spuren der K&K Monarchie“ im schönen Meran. Heute stand wandern am Plan.
Meine bisherigen Wander Erfahrungen sind recht überschaubar und beschränken sich großteils auf Distanzen wie von der U-Bahn Stephansplatz bis zum schwarzen Kamel und retour.

Hier in Südtirol ist allerdings wandern-all-over angesagt. Der stationäre Handel ist fest in der Hand der Sportartikelindustrie, Schwerpunkt „funktionale Outdoor Kleidung“. Jedes zweite Geschäft bietet Hosen mit Lüftungsschlitzen, Shirts, Stöcke, natürlich zahlreiche Schuhe… alles sehr bunt und alles sehr teuer. Und bei allem frag ich mich: wozu braucht man das? Kann mir das mal wer erklären? Es gibt sogar kurze Röcke aus beiger Funktionskleidung mit Lüftungsnetz. An Schärfe kaum zu übertreffen, oder?

Egal. Wir sind auf jeden Fall ohne Funktionskleidung rauf. Dh der Gatte nicht, der hat eine Funktionshose von einem Freund geschenkt bekommen. Er hat eh versucht mit einem „The Cure“ Band T-Shirt davon abzulenken. Aber wenn die blaue Hose im Schritt eine schwarze Stoffeinlage hat hilft es auch nicht viel wenn oben „Boys don’t cry“ steht….
Ich hab das einzige Sportgewand getragen dass ich besitze, eine bunte Aerobic Homage an die 80er. Dazu die neuen ebenso schön bunten Asics Laufschuhe. So teuer wie die waren, hätte ich mich versündigt, wenn ich sie nicht wenigstens zu solchen sportlichen Anlässen ausführen würde. Und dass die eher für „innerstädtische Laufstrecken“ sein sollen, das war sicher reiner Verkaufsschmäh. Turnschuhe sind feste Schuhe. Punkt aus Ende.

Oben waren wir schnell. Zuerst zu Fuss ins Dorf Tirol. Man muss immer „Dorf“ dazu sagen, damit man es nicht mit dem Land verwechselt. Dorf Tirol ist voll schön. Ein bissi wie Disney Land für Wanderbegeisterte. Nur statt dem Disney Schloss gibt es zahlreiche Sport Shops. Jeder hier trägt Wander Kleidung, Stöcke oder Sonnenhüte mit einem Stück Stoff hinten dran, als zusätzlichen Schutz.
Ich hab mich stark erinnert gefühlt an meine liebste Serie aus den 90ern, Felix Mitterer und die großartige Familie Sattmann: die Piefke Saga! Und ich darf Piefke sagen, weil meine allerliebsten Freunde sind Piefkes und ich halte immer für das Team Jogi Löw! Im Herzen bin ich einer von euch!

Das es besser gewesen wäre als vollständiger Wander Piefke durch die Berge zu stapfen und nicht in lächerlich bunten Schuhen, das war mir spätestens klar als ich beim Abstieg schmerzerfüllt im Wald gelegen bin, nach einem Umknöchler und mir Tobias Moretti in der Rolle des „Jo“ als Bergretter mit so einer Trage herbeigewünscht habe…

So hab ich mich halt an den Gatten und sein schwarzes Leiberl geklammert. „Hiding the tears in my eyes.“, stand drauf. Passend.
Das linke Knie war dann auch nicht so begeistert von diesem plötzlichen sportlichen Aktionismus. Insgesamt hat sich das linke Bein angefühlt wie die Wackelzähne vom Kind, wenn sie nur mehr auf zwei Sehnen hängen…

Fazit: Ich mach jetzt keine blöden Scherze mehr über Funktionskleidung und ziehe den Kauf von Wanderschuhen in Erwägung….

Wer weiß, das Kopfsteinpflaster in Wien, am Weg zum schwarzen Kamel ist auch steinig und voller Unebenheiten… sicher ist sicher!

Wir sind ja noch auf der vom Gatten geplanten der Mottoreise „auf den Spuren der K&K Monarchie“ im schönen Meran. Heute stand wandern am Plan.
Meine bisherigen Wander Erfahrungen sind recht überschaubar und beschränken sich großteils auf Distanzen wie von der U-Bahn Stephansplatz bis zum schwarzen Kamel und retour.

Hier in Südtirol ist allerdings wandern-all-over angesagt. Der stationäre Handel ist fest in der Hand der Sportartikelindustrie, Schwerpunkt „funktionale Outdoor Kleidung“. Jedes zweite Geschäft bietet Hosen mit Lüftungsschlitzen, Shirts, Stöcke, natürlich zahlreiche Schuhe… alles sehr bunt und alles sehr teuer. Und bei allem frag ich mich: wozu braucht man das? Kann mir das mal wer erklären? Es gibt sogar kurze Röcke aus beiger Funktionskleidung mit Lüftungsnetz. An Schärfe kaum zu übertreffen, oder?

Egal. Wir sind auf jeden Fall ohne Funktionskleidung rauf. Dh der Gatte nicht, der hat eine Funktionshose von einem Freund geschenkt bekommen. Er hat eh versucht mit einem „The Cure“ Band T-Shirt davon abzulenken. Aber wenn die blaue Hose im Schritt eine schwarze Stoffeinlage hat hilft es auch nicht viel wenn oben „Boys don’t cry“ steht….
Ich hab das einzige Sportgewand getragen dass ich besitze, eine bunte Aerobic Homage an die 80er. Dazu die neuen ebenso schön bunten Asics Laufschuhe. So teuer wie die waren, hätte ich mich versündigt, wenn ich sie nicht wenigstens zu solchen sportlichen Anlässen ausführen würde. Und dass die eher für „innerstädtische Laufstrecken“ sein sollen, das war sicher reiner Verkaufsschmäh. Turnschuhe sind feste Schuhe. Punkt aus Ende.

Oben waren wir schnell. Zuerst zu Fuss ins Dorf Tirol. Man muss immer „Dorf“ dazu sagen, damit man es nicht mit dem Land verwechselt. Dorf Tirol ist voll schön. Ein bissi wie Disney Land für Wanderbegeisterte. Nur statt dem Disney Schloss gibt es zahlreiche Sport Shops. Jeder hier trägt Wander Kleidung, Stöcke oder Sonnenhüte mit einem Stück Stoff hinten dran, als zusätzlichen Schutz.
Ich hab mich stark erinnert gefühlt an meine liebste Serie aus den 90ern, Felix Mitterer und die großartige Familie Sattmann: die Piefke Saga! Und ich darf Piefke sagen, weil meine allerliebsten Freunde sind Piefkes und ich halte immer für das Team Jogi Löw! Im Herzen bin ich einer von euch!

Das es besser gewesen wäre als vollständiger Wander Piefke durch die Berge zu stapfen und nicht in lächerlich bunten Schuhen, das war mir spätestens klar als ich beim Abstieg schmerzerfüllt im Wald gelegen bin, nach einem Umknöchler und mir Tobias Moretti in der Rolle des „Jo“ als Bergretter mit so einer Trage herbeigewünscht habe…

So hab ich mich halt an den Gatten und sein schwarzes Leiberl geklammert. „Hiding the tears in my eyes.“, stand drauf. Passend.
Das linke Knie war dann auch nicht so begeistert von diesem plötzlichen sportlichen Aktionismus. Insgesamt hat sich das linke Bein angefühlt wie die Wackelzähne vom Kind, wenn sie nur mehr auf zwei Sehnen hängen…

Fazit: Ich mach jetzt keine blöden Scherze mehr über Funktionskleidung und ziehe den Kauf von Wanderschuhen in Erwägung….

Wer weiß, das Kopfsteinpflaster in Wien, am Weg zum schwarzen Kamel ist auch steinig und voller Unebenheiten… sicher ist sicher!

König Drosselbart

12 Jul

Kennt wer das Märchen vom König Drosselbart? Da fährt ja so eine Tante (nehme an Prinzessin) durchs Land und fragt dauernd wem dieses und jenes Land gehört. Und die Antwort ist immer die gleiche: „das gehört dem König Drosselbart! Hätt’st ihn genommen, wer das jetzt dein’s!“

So ähnlich hat sich das in den letzten Tagen in unserem Auto abgespielt. Nur dass keine Prinzessin Fragen gestellt hat. (Weil Prinzessinnen 2018 lieber mit ihrem Handy spielen oder Bücher lesen…)

Aber dafür gab es ungefragt zahlreiche Antworten. Nämlich, dass Triest mal der wichtigste österreichische Meerzugang war, und das schöne Städtchen Piran hat auch mal „uns“ gehört. Und heute ging es weiter auf der vom Gatten schon seit einem Jahr geplanten Reise ins für mich Unbekannte: von Piran nach Meran. Als ich die Sissi Statue beim Vorbeifahren im Park gesehen habe war klar, gleich fällt der Satz: alles mal bei uns gewesen.

Und jetzt wo das Geheimnis der Reisestationen gelüftet ist, verrät er auch das historische Motto der Reise: auf den Spuren der K&K Monarchie ….

Hola die Waldfee! Es keimt in mir der Verdacht, der Gatte hat einen Bildungsauftrag mit mir zu erfüllen, der über deutschsprachige Literatur & Instagram-Handyfilter hinausgeht…

PS:
Und so ein schönes rotes Zimmer haben wir auch. Gibt super Insta-Pics:-)
Falls wer Tipps für Meran hat, gerne herbei!

Das Klischee

9 Jul

Es gibt sie noch die Klischees.
Hier im Hotel sind die Klischees zumeist ausnehmend hübsch, ausnehmend jung und bereits zum Frühstück tippi toppi geschminkt. Während mir noch der Abdruck der Kopfpolster Naht quer über die Stirn verläuft und seitlich auf den Kabelabdruck trifft, den die Kopfhörer hinterlassen haben. Vor lauter Hörbuch hören.

Die Klischees stöckeln eifrig hinter wuchtigen Männern her, die sicher irgendwo in der russischen Energiewirtschaft gut aufgehoben sind, und sich bereits zum Frühstück einen Teller Cevapcici reinschieben. Zwischen zwei Tschick. Das Klischee Mädchen sitzt lieb lächelnd daneben und lutscht lasziv an ihrer Frühstücks-Rohkost.

Da muss ich an eine angeregte Diskussion beim letzten Weiberabend denken. Wegen der Heidi und dem Tokio Hotel Bub. Keiner von uns war im Team Tokio Hotel. Alle fanden den bäh. Allein dieser Bart. Was soll das? Nur die liebe M.*) nicht. Die fand das super, dass sich das Klischee auch mal umdreht. Dass sich die Klum nix scheisst und so einen jungen Typen sich nimmt und diesen dann laut unbestätigter Aussage der Gratiszeitung auch noch 5x am Tag her…

Ok, wir hatten schon einen Damenspitz, da kann so ein Gespräch schnell aus dem Ruder laufen. Aber im Grunde hatte sie recht.

Mit meinem ungeschminkten Polstergesicht und dem 2-Jahre jüngeren Gatten halten mich jetzt zumindest die Russen hier schon für die Klischee Umkehr und den Gatten für den Urlaubs-Toyboy.

Alles nur mehr eine Frage der Zeit bis sie ihr Cevapcici mit mir teilen… *) Name geändert.

Der Gscheitling aus ….

8 Jul

„Schau,“ sagt der Gatte, „das ist zum Beispiel ein typisches Haus im Stil des Historismus, wo das äußere Erscheinungsbild auch schon Hinweise auf die innere Verwendung gibt.“

Ich unterbreche mein Spiel mit dem Handy Filter und bin beeindruckt. Selbst nach 14 Jahren kann er mich immer noch überraschen. Der Sachkunde Unterricht in der Großfeldungsiedlung war offenbar doch weitreichender als angenommen.

„Oben der erste Hawara mit dem Dreizack, das is der Neptun, der Gott des Meeres. Der letzte ganz links is der Hermes, der Schutzgott der Reisenden und Kaufleute. Oiso, wos is drinnen in dem Haus?“

„Handtaschen ?????“

Verzweifeltes Kopfgeschüttle.
„Eine Reederei !! Waren von A nach B, von Wasser und zu Land.“

So gscheit der Mann !!!!

PS: das einzige was mir zum Thema Historismus und äußeres Erscheinungsbild eingefallen wäre ist, dass sich Botox nach 3-6 Monaten wieder abbaut…

Regenbogen Maschine

27 Jun

Jeden Tag bringt das Kind ein volles Sackerl aus der Schule nach Hause. Zeichnungen mit kleinen bunten Handabdrücken. Gepresstes Herbstlaub. Arbeitsblätter mit den ersten Schwungübungen, dann die ersten Buchstaben, später erste Sätze. Rechenbücher und Notenhefte aus dem Flötenunterricht. Es ist die letzte Schulwoche im ersten Volksschuljahr und die Klasse wird leer geräumt.

Gestern haben wir extra eine Kiste gekauft, da kommen alle Sachen rein und werden aufgehoben. Die Mutti kann nämlich nix weggeben. Selbst mit Ex-Partnern ist sie noch befreundet…
Ausserdem kann man dann in ein paar Jahren die Kiste durchschauen und sich an das erste Schuljahr erinnern.

Auf jeden Fall, als wir die Erinnerungskiste so einräumen, kommen auch Bastelsachen, die sie daheim gemacht hat dazu. Bei einer Zeichnung bin ich stutzig geworden, weil nicht gleich klar war, was das darstellen sollte. „Aber Mama“, sagt sie, „da steht es doch eh drauf. Das sind die Baupläne für eine Regenbogen Maschine“.

Und dann habe ich mich plötzlich gesehen, wie ich da in 10 Jahren zur Maturafeier, oder in 20 Jahren zur Hochzeit in einem dreckigen Dachboden in der Erinnerungskiste wühle. Um irgendwas für eine Video Vorführung oder Diashow aus der Kindheit zu suchen.

Und dann wurde es ein bissi verschwommen und nass.
Nur Regenbogen war keiner da.

Aber wer weiß, in 20 Jahren hat das Kind vielleicht eine Maschine erfunden wo man auch aus Tränen einen Regenbogen machen kann ….

Teil 2: Das schönste Konzert meines Lebens.

23 Jun

Mein Opa war vor ein paar Jahren das erste Mal nach 50 Jahren in Wien. Er hat diese große, bunte, laute Stadt mit den wachsamen Augen eines Kindes am Kirtag verfolgt. Beim Karlsplatz hat er dann unten in der Passage angefangen Polizisten anzusprechen. „Opa was machst du da?“, hab ich ihn gefragt. Und dann hab ich gehört wie er schon wieder den nächsten anspricht: „Bist du leicht a Steirer?“. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass viele aus der Steiermark nach Wien pendeln um als Polizist zu arbeiten. Das wollte er entweder verifizieren. Oder er hat nach Bekannten Ausschau gehalten. Damit er sich fernab von der Heimat wieder ein bisserl wie daheim fühlt. Auch wenn er nur einen Tag weg war.

Ich hab mich gestern auch wie daheim gefühlt. Weil fast jeder Künstler auf der Bühne war Steirer. Klaus Eberhartinger. Stefanie Werger. Dann noch Ludwig Hirsch. Er wurde in einem extrem berührenden Duett mit seinem langjährigen Bandmitglied eingeblendet. „Komm großer schwarzer Vogel“ hat er gesungen. „I wer singen, i wer lochn, i wer des gibt´s net schrein!“.

Dann ging der heimliche Steiermark Frühling weiter mit Opus, Pizzera & Jaus, Gert Steinbäcker, Schiffkowitz. Die Bühne war schon grüner als das gesamte Rapid Stadion! Fulminantes Highlight der Steiermark Show: „Fürstenfeld. …. und der Steffl der schaut owe, auf sein ormen Steira Buam“.

Jeder Star (muss ma „Star“ eh net gendern???) hat genau 2 Lieder gesungen. Und das waren immer die jeweiligen Megahits.

Und dann kamen Wanda. Ohne Bolognia. Ohne Bussi. Ohne Columbo. Ohne die Schwestern. Weil die Wanda sind so cool, die haben das nicht nötig. Die singen was vom neuesten Album. Keinen Megahit. Ich hab das not nice und fast ein bisserl respektlos gefunden. Aber was scheißen sich Wanda um Respekt und Konventionen. Deswegen lieben wir sie ja, oder? Auch wenn sie in ihren Liedern singen „Gott wie deppat seits es Wiana“. Auch wenn sie das Publikum mit folgendem Satz von den Sitzen holen wollen: „Das letzte Sitzkonzert hamma gespielt in der Justizanstalt Garsten“. Wenigstens haben sie sich in das Thema des Abends ein bissi eingegliedert: „Ich sterbe“ war ihr zweites Lied.

„Er war damals auch anders“, hat der Eberhartinger berichtet. „Er hat die Tür aufgemacht für alle anderen“. Und dann kommt er auf die Bühne, der Woiferl. Die Stadthalle war am Kochen. Net nur wegen der Temperatur. Aber auch.
Der Höhepunkt des Spektakels war erreicht, als wir alle gemeinsam laut mit dem Woiferl gesungen haben „Es lebe der Zentralfriedhof, und olle seine Toten!!!“.

Das allerletzte Lied hätte ich jetzt vielleicht nicht zwingend ausgesucht. Weil ich war noch nie so der „I am from Austria“ Fan. Noch dazu ohne Fendrich, war das irgendwie komisch. Wenn schon von einer Abwesenden Legende ein Lied, wäre ich für „Segel im Wind“ vom Cornelius gewesen. Oder „Schau Schatzi“, vom Danzer.

Wenn ihr Schatzis (oh Gott was für eine grottige Überleitung!) das schönste Konzert meines Lebens auch anschauen wollt: am Freitag den 29.6. wird es um 20:15 Uhr auf ORF 1 ausgestrahlt.

Oder in meinen zahlreichen verwackelten Videomitschnitten (ist das eigentlich legal ??? Hüve!) auf meiner Facebook Timeline. Gerne adden unter Susanne Kristek 🙂

Teil 1: Das schönste Konzert meines Lebens.

23 Jun

Musik und Bücher. Das is meine Leidenschaft. Vielleicht umgekehrt. Gestern war ich beim schönsten Konzert meines Lebens. Das war so, wie wenn mir der Glavinic höchstpersönlich den „Jonas Komplex“ vorlesen würde, um dann noch ein bisserl drüber zu diskutieren. Oder die Knecht.

In der Früh hat es schon angefangen. Während ich meine Cornflakes löffel berichten sie auf Ö3 von den Konzertproben. Vom grossen Orchester mit Chor. Wie der Klaus Eberhartinger grad geprobt hat. Und wie dann einer rein gekommen ist, langsam und gebückt. Am Stock. Und wie dann alle aufgehört haben zu proben. Das Orchester. Der Chor. Der Eberhartinger. Und wie dann alle aufgestanden sind und sich verneigt haben. Vor ihm.
Wolfgang Ambros.
Na prack! Vor lauter Gänsehaut hätte ich fast Tränen in meine Milchschüssel getropft. Und da hat das Konzert noch nicht mal angefangen!
Zum 60. Geburtstag der Wiener Stadthalle haben sie fast alle Austro Größen auf die Bühne geholt. Gemeinsam mit diesem fulminanten Orchester. „Best of Austria meets Classic“.

Gleich nach Conchita kam der hoch sympathische Voodoo Jürgens. „Heite grob ma Tote aus“ hat er gesungen. Und das is ja bekannt, dass die Wiener so einen Hang zum Morbiden haben. „Im Austropop war viel Ernst, aber immer mit einem Schmäh dabei“, hat der Klaus Eberhartinger in der Moderation gesagt. Ich glaub deshalb hab ich mich damals auch gleich in diese Stadt verliebt. Dieses tragikomische.

Das die das mit dem Tote ausgrobn so ernst genommen haben in der Stadthalle, das war auch sehr beeindruckend. Mit neuester Technik war es möglich, dass die Marianne Mendt, gleich nach ihrer berühmten „Glock´n“ ein Duett mit dem Georg Danzer gesungen hat. Sie haben ihn dabei eingeblendet, du hast geglaubt der Danzer steht auf der Bühne. Da waren sie gleich wieder da, die Cornflakes Tränen…

Einen Hang zum tragikomischen hat dann auch der Klaus Eberhartinger an den Tag gelegt, als er seinen Megahit den Märchenprinz auf aktuell gesungen hat. „Er wor der Märchenprinz…. beim nächsten Vogerltanz hol i die Ambulanz!“
Wie er dann gesagt hat, dass das so ein Mega Konzert ist, dass es sicher erst in 50 Jahren wieder geben wird, hab ich natürlich gleich zum Nachrechnen angefangen. Ob sie des no ausgeht für mi?

Seiler & Speer haben mich aber gleich wieder ins Leben geholt mit ihrem Hit „soits leben“. Da ging es kurz wieder bergauf mit der morbiditäts Kurve. Dann kam die Stefanie Werger. Sie hat im sitzen gesungen. In der Stadthalle waren auch nur Sitzplätze. Wir sind alle gesessen, die verschwitzten Oberschenkel sind aufeinander gepickt. Es war unglaublich heiß. „Ich hab zwor körperliche Defizite“, hat die Werger gesagt. „Aber do (tippt sich auf den Kopf), und do (tippt sich auf das den Mund) und do (tippt sich auf das Herz) bin I imma no …….“

Und das war der Moment, wo die ganze Stadthalle aufgestanden ist, vor Begeisterung. Verschwitze Hände haben sich voneinander gelöst und alle haben gemeinsam mit Stefanie Werger den Satz vollendet: „….stoak wia a Felsn, steh i heit vor dir“.

Teil 2 folgt in Kürze 🙂