Oh wie schön es war !!!

18 Okt

Letzten Freitag war es soweit !!! Die Lesebühne Breitensee ging über die Bühne! Vor genau einem Jahr hab ich die Idee in Berlin gesehen, für gut befunden und nach Breitensee exportiert.

Frage nicht wie aufgeregt ich in der Früh schon war! Gespannt wie ein Gummiringerl! Wer wird kommen? Wird das passen? Wird es wem gefallen?

War sogar extra in aller Früh bei der weltbesten Entspannerin (Trance Shiatsu) und hab Ruhe ein- und Gelassenheit ausgeatmet.
Bis zum Mittagessen hat es auch gut angehalten. Dort bin ich dann im Café Z beim Meiselmarkt ins grübeln gekommen, ob überhaupt wer kommen wird. Und dann hab ich plötzlich gehört wie eine Stimme zu den wildfremden Menschen am Nebentisch sagt: „also wenn sie heute Abend noch nix vorhaben, da gäbs eine sehr super Veranstaltung im Nachbar Grätzel!“
Es war meine Stimme.
Die Wildfremden waren Berliner und haben „Krätze“ statt „Grätzel“ verstanden. Sicher auch deren touristisches Wien Highlight, von einer fremden Frau auf eine abendliche Nachbar Krätze eingeladen zu werden…
Die werden sich gedacht haben, dass die Wiener auch einen Klopfer haben.

Was später auch tatsächlich so war, weil ich sicherheitshalber kleine Klopfer (Likör) an die Lesebühnen Gäste ausgeteilt habe. Zum Ölen der Stimme fürs Mitsingen.

Zum Glück hatte ich ein paar Tage vorher eine Erscheinung, nämlich dass der Gatte die Moderation übernimmt, was super war, weil ich hätte nix rausgekriegt. Trotz guter Klopf-Ölung. Außerdem ist er es eh schon von seinen IT Team Tschaka Meetings gewohnt zu moderieren und Stimmung zu machen.
Lediglich auf den Satz „I am your playing Captain“ hab ich ihn gebeten zu verzichten.

Dann war es soweit.
80 Leute hatten vorher Interesse bekundet teilzunehmen. Mit nur 50 hab ich im schlimmsten Fall gerechnet. Plötzlich war der Saal fast voll mit 130 Besuchern!!!! Einhundertdreissig!!!! Am liebsten würde ich jeden Einzelnen namentlich aufzählen, weil ich mich so über das Kommen gefreut habe. Geht aber nicht weil ich natürlich nicht alle kannte.

Was dann folgte war ein wunderbarer, unvergesslicher Abend!!!

Clemens Schaller hat am Klavier das Kino gerockt! Mit bekannten Schlagern von seinem Onkel Fritz, zB „der itsy bitsi tini wini honolulu Strand Bikini“ oder Wiener Klassikern wie „gemma Tauben vergiften im Park“ (jaja die Malie, zahlts Cyankali…)

Alva Sokopp hat passend zu den vergifteten Tauben aus Ihrem brandneuen super Buch „Gut gekühlt ist fast geerbt“ vorgelesen. Ein großartiges, skurriles Road Movie über zwei alte Damen und eine Leiche.

Georg Fröschl, unser Pfarrer aus Breitensee hat sensationelle Texte und Gedichte von ihm vorgetragen, sodass es mit nicht wundern würde, wenn am nächsten Sonntag die Kirchenbesucher nach der Messe eine Gedichtzugabe einfordern…

Petra Piuk hat trotz Stimmausfall aus ihrem neuesten extrem genialen Roman „Toni und Moni, oder: Anleitung zum Heimatroman“ vorgelesen. Genauso wie ihre Stimme an manchen Stellen fast weg gewesen wäre, ist den Zuhörern das Lachen im Hals stecken geblieben, weil der Humor so herrlich schwarz und die Sätze so herrlich schön waren.

Und ich durfte Texte aus meinem Blog lesen. Nach dem ersten Satz war die Aufregung plötzlich weg und am liebsten würde ich heute noch lesen, weil das Publikum so toll war!

Besonders schön waren auch die positiven Reaktionen danach. Zum Beispiel das SMS von der lieben Gertraud:

„Der allerschönste Moment war, als alle Bel Ami gesungen haben und eine leichte Schnapsfahne durch den Raum wehte, weil alle grad frisch den Klopfer gekippt hatten. Einmalig und unbezahlbar!“

Diese schöne Szene hat sie in dem Video anbei auch festgehalten.


Ich bedanke mich nochmal tausendmal bei Alva, Petra, Georg, Clemens und dem Gatten für die tolle Show!
Bei Carmen, Emine und dem Penzinger Kulturverein für die Unterstützung!
Bei den Breitenseer Lichtspielen für die weltbeste Location.
Beim Buchkontor für den Verkaufsstand.


Und bei allen die gekommen sind, dass ihr euch die Zeit genommen habt !!!!!

Danke !

P.S. „Love you all“ hätte Michael Jackson gesagt. Aber da hätten dann wirklich alle geglaubt, ich hab einen Klopfer. 

Der Müller…

5 Okt

Die heutige Gute-Nacht-Geschichte hab ich selber erfunden, um ein bisserl Bildung und Familienherkunftsgeschichte einzuarbeiten: 
„Und dann holt der Bauer das Getreide vom Feld und bringt es zum Müller, der es mit einem Stein zu Mehl macht.“ 

Kind: „Müller? Welcher Müller?“

Ich: „der Müller macht aus Getreide das Mehl, manchmal haben die auch ein großes Mühlrad…“

Kind unterbricht resolut: „Nein Mama!! Sicher nicht ! Der Müller ist das Geschäft, was so orange ist draußen und dort gibt es sicher keine Räder!“ 

😯

Morgen les ich wieder ein Buch vor. „Conni isst glutenfrei“ oder sowas….

Einladung zur Lesebühne

3 Okt

Lesebühne Breitensee_FB Ankündigung1

Letztes Jahr war ich in Berlin und bin zufällig in eine „Lesebühne“ reingestolpert: die Brauseboys im Wedding. Verschiedene Autoren haben dort gelesen und dazwischen gab es einen musikalischen Act. Ein sehr cooler Abend für jede Zielgruppe.

Oiso: hab ich das einfach nach Wien mitgebracht und darf euch jetzt freudig berichten, dass ich am Freitag, den 13. (leicht zu merken) Oktober die LESEBÜHNE Breitensee im ältesten noch bespielten Kino der Welt, veranstalte. 

Und noch mehr freue ich mich über die großartige Autoren die mit mir lesen: Autorin Petra Piuk, Autorin Alva Sokopp und Pfarrer Georg Fröschl

Live on Stage dürfen wir dazu den wunderbaren Klavierhumoristen Clemens Schaller begrüßen !

Eintritt ist frei, first come Prinzip, würde mich SEHR über viele Teilnehmer freuen – bei Interesse bitte PN oder mail an mich.

Bin jetzt schon nervös, aber gut 

Tatort Reichsbrücke 

11 Sep

Mitten auf der Reichsbrücke kommt es zu einer beinahe Kollision zwischen einer Hundefussgängerin und einem Yoga-Radfahrer. Auf der Linie die den Rad- vom Fußgängerweg trennt kommen sich deren Beine gefährlich nahe. (Daher „beinahe“ Kollision – Achtung der muss sickern)

Auf jeden Fall zuckt die Hundefrau ur aus: „Heast Oidaaaa!!!“ 

Der Yoga-Radfahrer bremst sich ein und bleibt stehen. Offen für einen konstruktiven Diskurs. Seine langen Dreadlocks hängen fast hinten bis zur Yoga Matte runter. Die violette Leinen Pumphose erinnert an Aladin nach der Retreat-Erleuchtung. 

„Oida, schau wo du hinfoarst, Deppata!“, wiederholt die Frau. 

„Bist unrund?“, fragt der Yoga Aladin.Keine Reaktion.

„Bist unrund?“, wiederholt er sein Mantra.

Von der Gegenseite ist nur ein leises „Voitrottel“ zu hören. 

„Bist net in der Mitte?“, fragt er weiter.

Zumindest was die Reichsbrücke betrifft, wäre die Frage mit einem klaren JA zu beantworten. Aber da misch ich mich jetzt lieber mal nicht hinein. So wie letzte Woche im Buchgeschäft.

Außerdem würde mir jetzt nur eine sehr unpassende Buchempfehlung einfallend: „Nach der Erleuchtung ist Kartoffel schälen und Wäsche waschen.“ wäre der Buchtitel. 

Aber ich denke das kommt jetzt nicht so gut an wie gestern. Also verzupfe ich mich mit einem leisen „ohm, Oida!“ vom Tatort.

Tschick

9 Sep

Was is das eigentlich für ein Tatbestand wenn man sich in ein fremdes Verkaufsgespräch einmischt???

Eine Dame, in einem Alter wo man auch schon länger jung ist, betritt die Buchhandlung (Kette) und fragt die Verkäuferin nach einer Buchempfehlung für eine 18jährige. „was lustiges, weil die is grad eh ein bissi traurig.“

Die Verkäuferin holt sogleich die Kollegin zu Hilfe. Die würde sich da gut auskennen.

„Tschick“, will ich ihr am liebsten zurufen. „Tschick is ur super!“. Aber ich ruf es dann doch lieber eher innerlich, weil am Bahnhof laut Tschick zu rufen, da rufen die gleich wen Anderen wegen mir … 

Die Auskennerin geht mit der Dame in die „Jugendbuchabteilung“. Oje des wird nix. Das arme Kind! Ich seh die Dame schon mit Hanni und Nanni Teil 37 1/3 rausgehen und die Traurigkeit der Leserin, die seh ich auch weiter ansteigen… 

Schulterzuckend steht die Runde vor dem Regal. Mit bereitet das fast körperliche Schmerzen. So stark, dass sich mein Körper in Bewegung setzt. Ich sehe ihn quer durchs Geschäft gehen, meinen Körper, 2 Bücher in der Hand. Und dann höre ich ihn sagen: „Tschuldigung dass ich mich einmische, aber nehmen’s den Meyerhoff, der is saulustig!“

Die Dame freut sich, zahlt und Abgang. Ende gut. Alles gut. So gehört sich das bei Büchern. 

Das wäre auch ein alternatives Berufsbild: Telefonjoker im Buchhandel! 

PS: Falls es wer nicht kennt, Tschick is wirklich ein ur super Buch !

Warum ich wegen dem Ernst nicht schlafen kann!

3 Sep

Liebe Eltern!

Die Schule beginnt am Montag, den 4. September 2017 um 8:00 Uhr. Die Eisbären Klasse befindet sich im 2. Stock…

Seit Tagen, was heißt Tagen, seit Wochen, lese ich immer wieder dieses Infoschreiben. Mehrmals täglich. Datum? Aha, ja klar, der 4.! Wochentag? Montag! Natürlich Montag! Uhrzeit? 7:30? 7:45? Nein natürlich 8:00!! Die Klasse ist im ? 1. Stock! Falsch! 2. Stock!! Tiger? Robben? Wale? Nein! Eisbären!!!

Man könnte es zusammenfassend auch so beschreiben: 

Mutti ist aufgeregt !!! 

Weil morgen sind wir dran! 1. Schultag! Meinen eigenen habe ich ja letztes Jahr schon dramatisch hier geschildert: https://superklumpert.com/2016/09/05/sing-mit-mir-ein-kleines-lied-zum-ersten-schultag/

Normalerweise mag ich kein „Mütter wir“ (Stichwort: „wir müssen kacka“!) Aber ob meiner Aufregung sei mir verziehen: WIR kommen in die Schule, auch wenn meine Schulpflicht längst getan ist. 

Das Kind hingegen erscheint mir äußerst cool. Ihr Interesse gilt vorrangig dem möglichen Inhalt der Schultüte, während Mutti 

3x täglich die gekauften Unterrichtsmaterialien inventarisiert. Selbstverständlich pickt auf jedem einzelnen Trum schon ein von Mutti-gebasteltes Namensschild. 

Die Nächte während zunehmend wieder unruhiger. Alle anderen schlafen tief und fest, Mutti kriegt kein Auge zu und tut was man in so einer Situation im Bett eben tun kann. Das wo man keinen aufweckt dabei: Zalando! 

Das Kind bekommt entzückende Anrufe und Video Botschaften von ihren älteren Freundinnen, die sich freuen, dass sie jetzt auch in die Schule kommt. 

Mutti bekommt entzückende Lederjacken und Turnschuhe von Zalando.

Der einzige Wunsch des Kindes: „Mama, kann bitte der Papa die Schultüte packen?“ Zu groß ist die Angst, dass ich meinen Scherz wahrmachen und ein Grillhenderl in die Schultüte packen könnte… 

Da hilft auch kein dreimaliges Elfen Ehrenwort, dass das eh nicht ernst war. Mit dem Ernst des Lebens ist nicht zu spaßen!

Mutti muss jetzt schlafen gehen, in 18 Stunden geht mein Wecker. 

Ich wünsche allen Schulkindern und Eltern einen großartigen Tag morgen!!

PS: Und in der Stunde wo die Eltern morgen draußen warten dürfen, geh ich zur Post und schick mein Zalando Packerl wieder zurück….

Jetzt sind sie da ! 

25 Aug

Ich wohn in einer äußerst unhippsterischen Gegend. Wenn ich mich so richtig vom Trend umgeben fühle möchte, steig ich in die U3 und fahr in den 7. Wenn ich wieder zurück komme ist alles wieder angenehm normal. Das hippeste im Grätzel ist maximal der heuer errichtete Gemeinschaftsgarten neben der Bim Haltestelle, oder wenn sie beim Chinesen Café Latte ausschenken. Gut ab und zu ein paar Verfolgungsjagden, aber das wars dann schon an Aufregung hier.

Jetzt geh ich grad den üblichen Weg von der U3 nach Hause und sehe wie eine neue Beschriftung auf einem Haus montiert wird. Seit 8 Jahren geh ich da regelmäßig vorbei und noch nie wäre mir die Schrift aufgefallen. Die Buchstaben sind aber alt und alles ergibt keinen Sinn. Da steht „Ab heute wirkst du link“ ??? Hä?!???


Also steuere ich die Buchstaben-Klebe-Frau an und frage ob das schon so fertig sei und was da reinkommt. KPÖ, RAF, die rote Zora? Ich sorge mich um den Frieden hier – ausgenommen die Verfolgungsjagden. 

„Das ist ein Projekt.“ 

Meine Hippster Alarm Glocken schlagen an. Es fängt immer alles mit einem Projekt an. Zerscht Projekt, dann Pop Up, dann Pleite. Die 3 P’s. 

„Wir machen Leerstandsanagrame!“, erklärt sie mir freundlich. 

Oh ja, Anagram hab ich schon mal gelesen beim Dan Brown. 

„Aus alten Hausbeschriftungen machen wir neue Botschaften“ 

Und gleich krieg ich den typischen Hippster Orden überreicht: einen Flyer. 

Auf den Flyer steht was von einem Projekt in 1170, wo aus dem Gasthaus Resi-Tant der Schriftzug „Resistant“ gebildet wurde. Es gibt auch eigene Leerstandsanagramme Rundgänge. Durch Meidling, Ottakring oder die Brigittenau. 

Ich seh schon die Rundgängler über unser Vierterl hereinfallen!!! Lang wird es nicht mehr dauern. Aber gut spätestens beim 1. Blaulicht Tatütata bei 130km/h sind sie eh wieder weg. 

Und ich sitz jetzt da und kann nicht mehr aufhören Anagramme im Kopf zu bilden… das verfolgt mich jetzt.